Ueber Depressionen und Gefühl, Unruhezustand.
- Depressive Symptome
- Zunächst wird noch wahrgenommen, daß manche Aufgaben eigentlich zu erfüllen wären, aber es ist einfach unmöglich, sich diesen Verpflichtungen zu stellen. Mit zunehmender Depression ist einfach 'alles egal'. Die Dinge haben ihre Bedeutung verloren.
- "Ich bin so ohne jede Energie"
- Der depressive Patient ist schwach, kraftlos, sehr schnell ermüdbar. Selbst Aktivitäten, die den gesunden Menschen nur ein "Lächeln" gekostet hätten, erfordern sehr viel, zu viel Kraft. Die initiative läßt spürbar nach, Spannkraft, Ausdauer, Elan sind Fremdwörter.
- Der Depressive ist zwar wach und körperlich durchaus bewegungsfähig, aber es ist, als wäre eine gläserne Wand zwischen ihm und der Umwelt. Sie wird zwar wahrgenommen, eine gedankliche Reaktion findet auch statt, aber es dringt nichts oder nur sehr wenig nach außen.
- "Mein Denken wird langsam"
- Es ist nicht mehr möglich, sich mit mehreren Dingen oder Gedanken gleichzeitig zu beschäftigen. Die Reduktion der Aufmerksamkeit ist vergleichbar mit einer stark befahrenen mehrspurigen Autobahn im gesunden Zustand, aus der während der Depression eine Einbahnstraße mit Tempolimit geworden ist.
- "Ich bin innerlich wie aufgedreht"
- Ein zielloses und rastloses Getriebensein stellt sich ein. Der Patient fühlt sich, als stünde er unter Strom. Es entsteht eine Unruhe, die nicht umzusetzen ist. Immer wieder wird etwas angefangen, was nicht zu Ende gebracht wird. Die Unruhe bleibt.
- "Was soll das alles noch?"
- Eine negative Sichtweise breitet sich aus. Der depressive Patient ist so verzagt und völlig ratlos, daß die Vorstellung, etwas Positives könnte geschehen (wie z.B. eine Verbesserung des eigenen Gesundheitszustandes) so gut wie unmöglich ist. Zu pessimistisch ist die Einstellung zu allen Dingen. Es ist, als ob alles durch eine dunkel gefärbte Brille gesehen würde.
- "Ich komme mir so schrecklich hilflos vor!"
- Natürlich wird ein Mensch, dem die Depression "so plötzlich" wiederfahren ist, hilflos. Wie zurechtkommen mit dieser veränderten, belastenden Situation? Probleme werden überbewertet, es verstärkt sich mehr und mehr das Gefühl der Hoffnungslosigkeit. Es sieht so aus, als könne nichts mehr nicht einmal das eigene Selbst- in den Griff zu bekommen sein.
- Das Gefühl der Hilflosigkeit stellt sich da ganz zwangsläufig ein.
- "Wozu bin ich noch gut?"
- Es mangelt an Selbstwertgefühl, Unsicherheit stellt sich ein. Es ist nicht mehr klar, wer man eigentlich ist. Durch überhöhte Selbstanforderungen, die im derzeitigen Zustand absolut nicht realistisch sind, programmiert der Patient schon fast das eigene Versagen.
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