- Körperliche Symptome
- Ich weiß, so elendig, wie man sich als Depressiver fühlt, glaubt man eher, man müsse ein Einzelfall sein, als anzunehmen, daß all die Symptome medizinisch bestens bekannt und tatsächlich in den Griff zu bekommen sind. Mir ging es genauso.
- Sie werden sich sicherlich auch im folgenden Kapitel erkennen, wenn es um die körperlichen Symptome einer Depression geht.
- Wahrscheinlich konnten Sie sie Ihrer jetzigen Erkrankung bisher nicht zuordnen, denn sie erscheinen zunächst wie rein organische Beschwerden.
- Beschwerden also, die "man kennt", mit denen man umgehen kann und die direkt zum Arzt führen. Bei mir z. B. hat es mit Kopf- und Rückenschmerzen angefangen, für die es medizinisch dann keinerlei Befund gab.
- Aber das ist nur ein Beispiel. Lesen Sie den folgenden Artikel.
- Er informiert Sie über die Vielzahl der körperlichen Beschwerden, die eine sog. larvierte Depression (lat, tarva = Maske) ankündigen, bzw. bedeuten können.
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Keine Tränen mehr.
- Die Tränensekretion versiegt. Damit ist die Fähigkeit zum Weinen genommen und der Blick wird glanzlos, verschleiert.
- Auch die Schweißsekretion kann sich verändern. Einerseits vermindert sie sich stark, andererseits können am ganzen Körper, wie anfallsartig, Schweißausbrüche erfolgen.
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Keine Lust mehr.
- Es beginnt mit einem abweisenden Verhalten im zwischenmenschlichen Bereich, dann kommt es zu Libido- und Potenzstörungen (Erektionsstörungen, Frigidität). Diese Symptome gehören zu den ersten und auch zuletzt zurückgehenden Beschwerden überhaupt.
- Die Symptome kommen Ihnen bekannt vor? Jetzt können Sie sie eindeutig zuordnen und sie als Reaktion Ihres Körpers auf die Krankheit einstufen. Mir war damals wichtig, zu erfahren, daß diese vielen, mir sonst völlig unbekannten Beschwerden, eine einzige Ursache hatten: meine depressive Erkrankung; und die war ja nun in Behandlung. Ich bekam dadurch ein Gefühl größerer Sicherheit.
- Genau wie ich damals, werden Sie heute überrascht sein, zu wievielen Signalen und Beschwerdebildern unser Körper fähig ist, um die eine Erkrankung zu signalisieren!
- Allerdings wird damit auch verständlich, wie schwierig es für einen Arzt sein muß, diese Signale richtig zu deuten; schließlich sind es im Kern organische Beschwerden, die normalerweise einer ganz anderen Behandlung bedürfen.
- Deshalb ist es so wichtig, daß Sie ihrem Arzt ein Gesamtbild ihrer Beschwerden schildern. Es setzt sich immer aus seelischen und körperlichen Symptomen zusammen. Je mehr er über Sie erfährt, desto eher und zielgerichteter kann seine Behandlung erfolgen!
- Sie sollten mit Ihrem Arzt auch über zwischenmenschliche, familiäre oder berufliche Probleme sprechen. Denn hier zeigen sich die Folgen Ihrer Erkrankung.
- Häufig ergeben sich hier neue, belastende Probleme:
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Der gestörte Schlaf.
- Er gehört zu den Frühsymptomen einer Depression. Das Einschlafen macht ebenso Probleme wie das Durchschlafen. Kurze Schlafphasen sind unruhig und durch schwere Träume gekennzeichnet. Der depressive Patient erwacht sehr früh und erlebt das sogenannte "Morgentief", auch "Morgengrauen" genannt.
- In manchen Fällen kann es auch vorkommen, daß der Patient ein immenses Schlafbedürfnis zeigt. Die Angst vor den Anforderungen des Tages treiben ihn gewissermaßen ins Bett, bzw. in den Schlaf.
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Der Heißhunger und die Appetitlosigkeit.
- Beides kommt vor. Sowohl der unmäßige, kaum noch kontrollierbare Hunger auf alles Kohlenhydrathaltige (Teigwaren, Süßigkeiten) oder der völlige Appetitverlust. Mit letzterem verbunden: die rapide Gewichtsabnahme.
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Der Kopf schmerzt.
- Ein Kopfdruck auf oder über den Augen wird spürbar. Fast immer mit Muskelverspannungen im Kopf-/Nacken-/Schulterbereich verbunden.
- Der Magen-Darm-Trakt rebelliert.
- Mit Übelkeit, Brechreiz und Erbrechen, Völlegefühl, Blähungen, Sodbrennen, Magendruck, Verstopfung oder Durchfall macht er sich bemerkbar.
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Die Blase ist gestört.
- Schmerzen beim Wasserlassen, Ziehen und Druckgefühl in der Blase können auftreten.
- Auch Harnträufeln ist möglich.