- Depressiver Partner
- Der Partner versteht das Zurückziehen vielleicht als Partnerschaftsproblem, Kinder fühlen sich möglicherweise zurückgesetzt und nicht mehr "liebgehabt". Folglich türmen sich weitere Probleme auf, diesmal von außen.
- Depressive laufen Gefahr, sich zu isolieren.
- Auch die Kontakte zu Eltern, Verwandten oder Freunden werden immer weniger bis sie schließlich ganz einschlafen. Die Außenstehenden ziehen sich zurück. Sie wissen zu wenig über die Krankheit, können mit dem kranken Menschen nicht umgehen und halten seine Zurückhaltung, ja seine fast feindselig anmutenden Reaktionen nicht für ein Zeichen der Hilflosigkeit, sondern für ein Signal des Unwillkommenseins.
- Im Beruf:
- Die depressive Erkrankung hat auch Auswirkungen auf die beruflichen oder haushaltlichen Aktivitäten.
- Alltägliche Arbeiten fallen schwer, sind belastend. Es ist, als ob sich ein riesiger Berg auftürmt. Es scheint unmöglich, ihn zu bewältigen. Der Patient ist kaum noch in der Lage, sich aufzuraffen, es zu versuchen. Es kostet unendlich viel Kraft, auch nur Kleinigkeiten zu erledigen. Arbeit unter Zeitdruck oder Mehrfachbelastungen machen den Leistungsabfall besonders deutlich. Das ohnehin stark angekratzte Selbstbewußtsein bekommt weitere Risse. Und als ob das noch nicht belastend genug wäre, kommen noch die Probleme hinzu, die das berufliche Umfeld macht. Denn auch Vorgesetzten und Kollegen ist diese Situation völlig neu. Werden sie nicht über die Ursache der Leistungsminderung oder -unfähigkeit informiert, kann es zu Herabstufung, ja sogar Kündigung kommen.
- Das alles macht diese Erkrankung so außerordentlich fatal:
- Es ist ein Teufelskreis. Der Depressive ist aufgrund seiner Erkankung fast außerstande, seine Probleme zu vermitteln. Aber gerade darauf kommt es ganz entscheidend an, um nicht nur dem behandelnden Arzt die Chance zu geben, schnell die richtige Diagnose zu stellen, sondern auch, um das persönliche, zwischenmenschliche Umfeld zum besseren Verständnis zu bewegen.
- Ich weiß, wie schwer es ist, diesen Teufelskreis zu überwinden.
- Aber ich weiß auch, daß sich jeder Versuch lohnt!
- Ich möchte ihnen ein paar Hinweise aus eigener Erfahrung geben:
- Versuchen Sie in den Phasen, in denen es Ihnen möglich ist, mit ihrem Partner oder den ihnen sonst wichtigen Personen zu sprechen. Versuchen Sie - soweit möglich - zu erklären, was in Ihnen vorgeht, wie Sie sich fühlen. Jedes Wort von ihnen wird das Verständnis für Ihre Situation vergrößern. Sie werden umso mehr von der Unterstützung bekommen, die Sie gerade jetzt so dringend brauchen.
- zögern Sie nicht, um Hilfe zu bitten, wenn Sie sie brauchen.
- Es wird ihnen und ihrem Partner helfen, mit der Krankheit besser fertig zu werden. Denn die Hilflosigkeit ist oft das größte Problem von "Außenstehenden "! Versuchen Sie sie miteinzubeziehen, wann immer es möglich ist.