Depressionen: Mensch, Mann und Gefühl - Gedanken.
- Vorurteile
- Das folgende Fallbeispiel soll zeigen, wie viele Symptome bei einer Depression möglich sind.
- Kennzeichen:
- So berichtete eine 53-jährige Patientin „Seit einigen Wochen schlafe ich schlecht, ich wach' um 3 Uhr, um 4 Uhr und um 5 Uhr auf, finde nicht mehr in den Schlaf, liege wach und grüble. Immer wieder gehen mir dieselben Gedanken durch den Kopf: "Ich bin ein schlechter Mensch, ich bin nichts wert, eigentlich habe ich keine Lebensberechtigung mehr". Wenn ich morgens aufstehen muss, bin ich schlapp, kraftlos und erschöpft, ich muss mich in letzter Zeit zu allem zwingen; die Arbeit geht mir nicht mehr so von der Hand wie früher, ich mache nur noch das Nötigste im Haushalt.
- Mein Appetit wird von Tag zu Tag schlechter, ich habe schon einige Kilo an Gewicht abgenommen, das Essen schmeckt mir nicht mehr, auch hier muss ich mich zwingen; lustlos stochere ich im Essen herum.
- Seit einiger Zeit fällt mir auf, dass ich mir nichts mehr merken kann, ich muss mir alles aufschreiben, wenn ich vom Einkaufen zurückkomme, habe ich dennoch die Hälfte vergessen, das ist mir peinlich. Ich habe das Gefühl, als ob Arme und Beine wie mit Blei beladen wären, ich verspüre ein Engegefühl um die Brust, manchmal auch ein Engegefühl im Hals.
- In der Zwischenzeit habe ich das Interesse an meinen Hobbys verloren, am liebsten ziehe ich mich nur noch zurück, ich bin froh, wenn ich niemanden sehen oder sprechen muss, ich schäme mich, weil ich nicht mehr funktioniere, ich war doch früher ein so lebensustiger, aktiver Mensch, es wäre mir das Liebste, wenn ich mich in eine Ecke verkriechen und verhungern dürfte.
- Mein Hausarzt hat mich schon mehrfach gründlich untersucht, aber er findet keine organische Ursache; manchmal habe ich das Gefühl, er hält mich für einen Simulanten. Mein Mann versucht mich immer wieder zu trösten, immer wieder sagt er zu mir: "Kopf hoch, das wird schon wieder."
- Der ganze Zustand geht aber schon so lange, dass ich nicht mehr glaube, gesund zu werden; auch meine Familie hat kein Verständnis mehr für mich, da im Haushalt nur noch das Nötigste erledigt wird, ich auch keine Lust habe, mit ins Kino oder ins Theater zu gehen, keinen Sport mehr betreibe und immer wortkarger werde.
- In letzter Zeit sagt mein Mann auch immer öfter, ich solle mich doch zusammenreißen, er habe auch nicht jeden Tag "den Himmel auf Erden". Er verstehe gar nicht, was plötzlich mit mir los sei, in der Ehe gebe es doch keine Probleme, finanziell sei man doch abgesichert und man habe doch einen netten Freundes- und Bekanntenkreis.