Das Leiden Depressiver Menschen. Umgang mit Erkrankten.
- Das alles zu wissen, macht es nicht einfacher, mit einem/r Depressiven umzugehen. Deshalb geben wir ihnen Ratschläge, was falsch und was richtig ist im Umgang mit dem Patienten.
- Der falsche Umgang mit depressiv Erkrankten:
- Der Depressive und sein empfundenes Leid basiert auf den folgenden wesentlichen Empfindungen: "ich kann nichts, ich bin nichts, keiner mag mich, ich bin selbst an an allem Schuld, nichts wird sich mehr zum Guten wenden".
- Sie haben es also mit einem zutiefst verletzlichen und verunsicherten Menschen zu tun, mit dem umzugehen sehr schwierig ist. Seine Reaktionen sind nicht mit den Maßstäben eines gesunden oder an organischen Leiden erkrankten Menschen zu messen oder zu berechnen.
- Vermeiden Sie Fehler wie z.B. diese Sätze:
- „ Reiss Dich zusammen - das wird schon wieder. “
- Mit diesem Satz beim depressiv Erkrankten etwas bewirken zu wollen, ist genauso unsinnig, als wenn Sie einem Diabetiker sagen, sein Körper solle mehr Insulin produzieren.
- Die meisten Depressiven sind so resigniert, willensgeschwächt und ohne jede Initiative, daß sie zu nichts in der Lage sind. Im Gegenteil: Der depressive Patient muß fast zwangsläufig einen solchen Appell mißverstehen.
- Die Folge: Die Verzweiflung des Betroffenen wird noch verstärkt. Er bekommt geradezu vorgeführt, daß er zu nichts nutze ist. Mehr noch - er wird verstärkt damit konfrontiert, daß er sich selbst nicht mehr unter Kontrolle hat.
- „ Wenn ich hier immer nur rumsitzen würde, dann würde ich auch trübsinnig !“
- Dieser Kommentar muß einen Depressiven auf's Tiefste treffen. Bestätigt er doch, was er selbst ohnehin glaubt - ich bin an allem selbst Schuld!
- Ob Sie es so meinen oder nicht - mit einem solchen Satz drücken Sie zudem aus, wie wenig ernst Sie diese Krankheit nehmen.
- Nehmen Sie Depression nicht auf die leichte Schulter. Sie gehört zu den schwersten Leiden, die einen Menschen treffen. Geben Sie dem depressiven Patienten das Gefühl, daß sie verstehen, in welcher massiven seelischen Misere er steckt.
- „ Gönn‘ Dir doch mal wieder ein Vergnügen, das lenkt Dich ab......“
- Ein gutgemeinter Ratschlag, der fast jeden Kranken erfreuen würde, nur eben den Depressiven nicht. Denn er wüßte schon, was er wollte. Aber machen Sie sich eines immer wieder klar: er kann nicht.
- Es ist völlig zwecklos, auf die Dinge hinzuweisen, die "doch sonst so viel Spaß gemacht haben". Diese Sichtweise gibt es nicht mehr. Sich an nichts mehr freuen zu können - das ist der Dreh- und Angelpunkt einer Depression.