Sie, Der Depressiven Alltag und Medikamente.
- Vorurteile
- Überfordern Sie den Depressiven nicht.
- Alles, was Sie vom depressiv Erkrankten fordern und er nicht leisten kann, wird ihn immer mehr in seiner Grundhaltung bestätigen: "ich kann nichts. Ich bin nichts." Es kommt darauf an, in ganz kleinen Schritten Erfolgserlebnisse zu produzieren.
- Haben Sie ein Ohr für nichtdepressive Äußerungen.
- Beobachten Sie den Patienten und lernen Sie zu erkennen, wenn er Äußerungen macht, die positiv anmuten. Verstärken Sie diese! Das ist mühselig, denn es werden - besonders anfangs - wirklich nur Kleinigkeiten sein, die fast nur detektivisch zu erkennen sind. Aber es lohnt sich.
- Der depressive Patient ist so am Boden, daß ihn jeder - auch nur der kleinste Fortschritt aufbauen wird.
- Vermeiden Sie oberflächlich wirkende Floskeln.
- Der Depressive mag zwar das Gespür für die alltäglichen Pflichten und Dinge verloren haben, aber er ist sensibel. Er spürt sofort, wenn sein Gegenüber nur so daherredet. Es bringt gar nichts, die Last des Leidens zu verniedlichen oder wunderschöne Zukunftsaussichten herbeizureden.
- Vielmehr ist das eigene Verständnis für die Erkrankung zu betonen und dem Kranken die Zuversicht zu geben, daß die gemeinsamen Anstrengungen zum Erfolg führen werden.
- Bauen Sie Schritt für Schritt den Alltag wieder auf.
- Definieren Sie gemeinsam mit dem Depressiven ein Ziel. Wie z.B.
- Rechtzeitig aufstehen.
- Frühstücken.
- Einige Zeitungsartikel lesen.
- Waschen und Pflegen.
- Blumen einkaufen.
- Natürlich hören sich diese Ziele für einen gesunden Menschen völlig banal an. Für einen Depressiven allerdings können dies Meilensteine sein, die dem Tag wieder Stück für Stück einen "normalen" Ablauf geben.
- Überlassen Sie den Kranken nicht seiner Lethargie. Versuchen Sie, ihn ein wenig zu aktivieren. Und wenn er die gesteckten Ziele dann erreicht hat, loben Sie ihn und machen Sie deutlich, wie wichtig diese kleinen Schritte sind, um langsam wieder aus der Depression heraus in den Alltag hinein zu finden.
- Eines ist ganz wichtig: Ihre Aufmerksamkeit kann viel erreichen, aber ohne die richtigen Medikamente wird die Depression nicht zu überwinden sein.
- Antidepressiva wirken nicht von heute auf morgen. Sie brauchen Zeit. in der Regel 2-4 Wochen, bis sie spürbar wirksam sind.
- Natürlich erwartet der depressiv Erkrankte rasche Besserung. Und zweifelt vielleicht an der Wirksamkeit der Medikamente, wenn sie nicht sofort helfen. Es kommt also darauf an, Ihren erkrankten Angehörigen immer wieder zur vom Arzt empfohlenen Tageszeit an die Medikamenteneinnahme zu erinnern und deutlich zu machen, daß sie nur dann, wenn sie regelmäßig und über einen längeren Zeitraum eingenommen werden, Wirkung zeigen können.
- Vermitteln Sie dem depressiv erkrankten Patienten Vertrauen.
- Der Depressive sieht alles durch eine sehr dunkle, pessimistische Brille. Er kann nicht daran glauben, daß sich irgendwann einmal die Krankheit verabschieden wird. Für ihn ist das Leben fast unerträglich geworden. Er kann kein Vertrauen aufbauen, Sie schon.