Sie, Suizid, Die Situation und Krankheit.
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- Sie können vermitteln, was Antidepressiva bewirken. Sie können versuchen, ein wenig Hoffnung auf depressionsfreie Zeiten aufzubauen. Tun Sie es. Er wird es ihnen zwar nicht sofort glauben können, aber es wird helfen, nach und nach sein Vertrauen in die Medikamente aufzubauen.
- Die Ansprüche, die an uns Angehörige eines depressiv erkrankten Menschen gestellt werden, sind hoch! Es braucht viel Zuneigung, Liebe und detailliertes Wissen über die Krankheit, um eine echte Hilfestellung geben zu können.
- Ich habe dass wie Sie durchlebt. Sie wissen nun auch, was Sie beachten sollten, um ihrem Angehörigen helfen zu können.
- Es ist wichtig, daß Sie versuchen, all dies zu befolgen.
- Wichtiger vielleicht als Sie denken mögen, denn es gibt noch ein Thema, das untrennbar mit dem Krankheitsbild verknüpft ist: Der Suizid (Selbsttötung).
- Suizid als Symptom der Depression:
- Jeder Mensch hat seine eigenen Fähigkeiten und Grenzen, mit Leid fertig werden zu können. jeder hat seine individuellen Möglichkeiten, mit Ereignissen und Erfahrungen leben zu können.
- Dabei können seine Lebensgeschichte, die genetischen Bedingungen, die augenblickliche körperliche und seelische Verfassung, die aktuelle Lebenssituation und die Hilfe, die ihm in der jetzigen Situation zuteil wird oder nicht, entscheidende Rollen spielen.
- Ein Suizid ist immer das Ergebnis einer ausweglosen Situation. Viele Symptome der Depression wie z.B. die Hoffnungslosigkeit, die Verzweiflung, die Selbstverachtung, die Einsamkeit sind so unerträglich, daß sie - als letzter Ausweg in Suizidgedanken enden und leider bei 10 - 15% der depressiv Erkrankten zur tatsächlichen Selbsttötung führen, wenn eine Behandlung nicht rechtzeitig erfolgt ist.
- Aber die Gründe, die dem Depressiven diesen Ausweg als letzte Möglichkeit aufzeigen, sind "nur" Symptome". Sie täuschen eine Ausweglosigkeit vor, die vom depressiv Erkrankten allerdings als Realität gesehen wird.
- Aber: Die Situation ist nicht ausweglos. Alle Gründe sind die Folge einer behandelbaren Krankheit. Die Suizidalität wird vorbei sein, sobald die depressive Phase abgeklungen ist.
- Jeder, der eine Depression hinter sich hat, wird dies bestätigen.
- "Während meiner Depression kannte ich mich nicht mehr wieder.
- Ich mußte zuviel leiden. ich wußte nicht, wie ich das aushalten sollte.
- Je länger die Erkrankung dauerte, desto mehr kam der Wunsch auf, das Leben zu beenden. Diese Todessehnsucht war lange mein Begleiter.
- Aber jetzt, da ich das alles überstanden habe, weiß ich, daß ich den Tod nie wollte, ich wollte nur dieses Leben nicht mehr."
- Die Gefahr rechtzeitig erkennen:
- Es ist äußerst schwierig zu erkennen, wann ein depressiver Patient tatsächlich in akuter Gefahr einer Selbsttötung ist.
- Aber es gibt Signale, die ernst genommen werden müssen. Achten Sie auf Sätze wie:
- "Es hat doch alles keinen Sinn mehr" oder "ich kann nicht mehr",
- "Wen interessiert es denn, ob ich noch da bin?"
- Glauben Sie auf keinen Fall dem häufig zitierten Unsinn: Wer von einem Suizid spricht, der begeht ihn nicht.
- Beobachten Sie, ob der depressive Patient plötzlich zu vorher nicht gekannten selbstzerstörerischen Handlungen wie z. B. riskantem Autofahren oder gefährlichen Klettertouren neigt.
- Registrieren Sie, wenn Erbschaftsangelegenheiten getroffen werden.
- Nehmen Sie es ernst, wenn Ihr depressiv Erkrankter plötzlich großes Verständnis für Menschen zeigt, die einen Suizid unternommen haben.
- Werten Sie es als Warnsignal, wenn der Depressive bereits exakte Pläne hat, wie er den Suizid am sichersten gestalten würde.
- Reagieren Sie!
- Reden Sie nicht 'um den heißen Brei herum", sprechen Sie Ihre Befürchtungen klar aus. Haben Sie keine Angst, mit diesem Gespräch, das Thema "Suizid" erst herbeizureden.
- Das können Sie gar nicht. Sie sprechen nur aus, was der Depressive vielleicht denkt, aber nicht aussprechen kann.
- Wenn Ihr Angehöriger bis jetzt noch nicht in ärztlicher Behandlung ist, braucht er dringend professionelle Hilfe!
- Stellen Sie zur Not selbst den Kontakt zu einem Arzt oder einer Klinikambulanz her.
- Zum Schluß kann ich Sie nur noch einmal inständig bitten, sich möglichst viele Details dieser Tips zu Herzen zu nehmen und in die Tat umzusetzen.
- Sie werden sehen, es hilft ihnen und ganz besonders ihrem depressiv erkrankten Angehörigen.
- Wenn die Depression vorüber ist, werden Sie glücklich sein, soviel zu der positiven Veränderung beigetragen zu haben.
- Und: Sie werden die Dankbarkeit erfahren, die Sie jetzt vielleicht vermissen.
- Haben Sie Vertrauen!
- Bei kaum einer anderen Krankheit sind so große medizinische Fortschritte gemacht worden wie zur Heilung der Depression.