Depressionen, Gefühl, Zuwendung.
- Depressionen verstehen lernen. | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 |
- Das Denken läuft mehr und mehr im Schwarz-/Weiß-Muster ab. Der depressive Patient ist der festen Überzeugung, auf ganzer Linie zu versagen.
- "Ich habe das Gefühl, als würde etwas Schreckliches passieren"
- Ohne es zu wollen, drängen sich dem Patienten immer wieder Zwangsvorstellungen auf. Die stetige Angst, daß alles mögliche Negative passieren könnte, beißt sich fest.
- "Keiner versteht mich"
- jeder depressive Patient sollte sich vor Augen halten, daß der Umgang mit ihm als stark verändert reagierendem Menschen für das Umfeld nicht leicht ist, ganz im Gegenteil: Es ist äußerst schwierig, sich auf einen Menschen einzustellen, der plötzlich andere als die gewohnten Reaktionen zeigt, oder vielleicht sogar kaum noch ansprechbar ist. Das erklärt, warum sich der depressive Patient mehr und mehr unverstanden fühlt; warum sich das Gefühl aufdrängt, gerade jetzt nicht genügend Zuwendung zu bekommen.
- "Warum dürfen andere so viel Freude am Leben haben und ich nicht?"
- Der Depressive empfindet vermehrt Traurigkeit, während "alle anderen" sich offensichtlich ihres Lebens erfreuen. Mißgunst oder vielleicht auch Wut gegenüber diesen anderen, die nicht unter dieser Krankheit leiden müssen, die das Leben in vollen Zügen genießen und über alles lachen können, sich freuen dürfen über Nichtigkeiten, kann sich da verständlicherweise einstellen.
- Die ständige Angst, das leidige Niedergedrücktfühlen, die Hoffnungslosigkeit, die den Betroffenen umgibt, macht reizbar, mürrisch und -vielleicht- auch ein bißchen neidisch auf andere.
- "Ich funktioniere nicht mehr so wie sonst"
- Ideenarmut, Merk- und Konzentrationsstörungen, Vergeßlichkeit. Alles Dinge, die vorher unbekannt waren, können auftreten. Es ist peinigend, nicht mehr so zu "funktionieren" wie sonst.
- Häufig zeigt sich auch, daß depressiv Erkrankte nicht mehr in der Lage sind, ein Buch zu lesen. Man "liest" ein paar Zeilen, kann sich aber an den Inhalt nicht mehr erinnern. Die notwendige Konzentration fehlt.
- "Ich distanziere mich!"
- Möglicherweise tritt ein Nachlassen von Interesse, Zuneigung für Menschen, Tiere und Dinge auf, die bislang sehr geschätzt und geliebt worden sind. Es entwickelt sich eine zunehmende Distanz zur Umwelt. Eine "seelische Mauer" wird aufgebaut. Und als könnte die eigene Distanz damit kompensiert werden, verlangt der Patient mehr Zuwendung, als das Umfeld, der Partner, zu geben in der Lage ist.
- "Irgendwie fühle ich mich leer"
- Es entwickelt sich verstärkt ein Gefühl der Gefühllosigkeit. Alles ist so leer, so ausgebrannt.
- Die Beschreibung dieses Zustandes lautet häufig: "ich fühle mich wie tot."
- "Das ist alles meine eigene Schuld"
- Ein weiteres Zeichen der Depression ist die Annahme, selbst schuld zu sein am eigenen seelischen Zustand und genaugenommen auch an allem anderen Unglück dieser Welt!
- Natürlich trifft das alles nicht zu. Aber es fällt schwer, das zu glauben.
- "Bin ich das eigentlich noch?"
- Bei all diesen Symptomen wird klar, daß die Depression einen Menschen, sein Denken, seine Gefühle so verändern kann, daß er irgendwann feststellt:
- "Das bin doch nicht mehr ich".
- Alles ist so fremd. Der Patient erkennt sich selbst nicht mehr wieder, weil so vieles so ganz anders geworden ist.
- Haben Sie sich hier und da wiedererkannt?
- Haben Sie jetzt ein wenig mehr das Gefühl, nicht mehr ganz so allein zu sein mit Ihrer Erkrankung?