Beschwerden - Depressionen.
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- Verlust des empfindens von Freude.
- Wenn zum Beispiel eine trauernde Großmutter ihre geliebten Enkelkinder trifft, so wird sie das vielleicht nicht aus ihrer Trauer herausbringen, aber sie wird sich ein wenig freuen können. ist die Großmutter hingegen depressiv, so wird sie keine Freude empfinden. Dem Treffen mit den Enkeln steht sie möglicherweise sogar gleichgültig gegenüber. Gleichzeitig macht sie sich deshalb Vorwürfe, etwa so: „Was für ein schlechter Mensch muß ich sein, daß ich mich nicht mal über meine Enkel freuen kann.“
- Selbstvorwürfe.
- Sie können soweit gehen daß der Betroffene äußert einfach alles im Leben falsch gemacht zu haben. Oder ein Jahrzehnte zurückliegender Fehler beherrscht das Denken und ist mit massiven Schuldgefühlen verbunden. Die Selbstvorwürfe sind so massiv dass eine zugängliche Überzeugung unmöglich ist. Die Gedanken kreisen immer um das "eine" Thema. Scheinbar unaufhörlich.
- Reduzierter Antrieb.
- Für viele Depressive ist die Lähmung der Entschlußkraft mit das Schlimmste. Fast jede Aufgabe türmt sich wie ein Berg auf. Es kostet ungeheure Kraft sich aufzuraffen. Das kann bedeuten, daß der Betroffene nur noch mit größter Mühe sein Tagespensum schafft; bei schwerer Ausprägung liegt er nur noch im Bett, unfähig, etwas aus eigenem Antrieb zu tun. Dies kann sich auch auf das Sprechen ausdehnen: Dann ist ein Gespräch mit dem Betroffenen schwierig, weil er oft schweigt. Andererseits kann der Antrieb auch gesteigert erscheinen: Gerade Patienten, die sich heftige Selbstvorwürfe machen, gehen manchmal voller innerer Unruhe wie gehetzt auf und ab oder ringen die Hände.
- Aufgewühltsein - Innere Unruhe.
- Besonders quälend erleben Patienten die innere Unruhe. Ein solcher Patient äußerte einmal: „Sie denken, ich sitze ganz ruhig da. Aber in mir rumort es.“
- Appetit- und Gewichtsverlust.
- Depressive Patienten haben in der Regel ein vermindertes Hungergefühl, was häufig zu einer Gewichtsabnahme führt.
- Ein- oder Durchschlafstörungen.
- Bei manchen Patienten ist das Einschlafen das Hauptproblem, bei fast allen jedoch das Durchschlafen. Viel früher als zu gesunden Zeiten wachen sie in der zweiten Nachthälfte auf und kommen nicht mehr zur Ruhe, grübeln und sind stimmungsmäßig an einem Tiefpunkt. Die meisten Patienten berichten über eine leichte Aufhellung der Stimmung am Abend.
- Körperliche Beschwerden.
- Viele depressive Patienten haben körperliche Beschwerden. Oft findet sich jedoch kein krankhafter Befund. Solche Beschwerden sind zum Beispiel Kopfdruck, das Gefühl, eine Zentnerlast auf der Brust zu haben, ein Kloßgefühl im Hals und allgemeine Gliederschwere. Hinzu kommen oft Verstopfung und Störungen der Menstruation sowie der Sexualfunktionen überhaupt.
- Manchmal sind diese Beschwerden so stark, daß die seelischen Beschwerden in den Hintergrund treten und das Krankheitsbild zunächst überhaupt nicht an eine Depression denken läßt.
- Selbsttötungsgedanken.
- Fast allen depressiven Patienten kommt das Leben so sinnlos vor, daß sie mit dem Gedanken spielen, sich umzubringen. Für Angehörige, Ärzte und Pflegepersonal ist dies ein besonders wichtiges Merkmal der Depression.
- Wie Patienten und Angehörige damit umgehen sollten, ist in den beiden letzten Kapiteln dieser Broschüre beschrieben.
- Heute wird versucht, möglichst genau das Erscheinungsbild und den Schweregrad zu bestimmen. Eventuell auslösende Belastungen werden ermittelt. Der Hausarzt oder Psychiater entscheidet dann anhand der Vorerfahrungen und der Gesamtsituation des Patienten, welche Therapieform die günstigsten Erfolgschancen bietet.