Depression, Depressionen und Auslöser.
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- Als Beispiele für solche Depressionen, die offenbar durch körperliche Veränderungen entstehen, ist eine Vielzahl von Erkrankungen bekannt:
- Viele entzündliche Krankheiten (zum Beispiel: Multiple Sklerose, Chronischer Rheumatismus) gehen mit einer Depression einher.
- Schilddrüsenerkrankungen und andere Störungen von hormonbildenden Drüsen können eine Depression verursachen.
- Bei der Parkinson-Krankheit kann im Frühstadium eine Depression das führende Beschwerdebild sein.
- Verschiedene Medikamente, wie zum Beispiel empfängnisverhütende Mittel, können eine Depression auslösen.
- Da noch viele andere körperliche Grunderkrankungen oder Veränderungen zusammen mit einer Depression auftreten ‐ die Depression sogar manchmal das Früh-Zeichen der Grunderkrankung ist ‐, sollte bei jeder neu aufgetretenen Depression vom Arzt überprüft werden, ob eine solche Grunderkrankung vorliegt. Wird dann die Grunderkrankung wirksam behandelt, bildet sich auch die Depression zurück. Wiederkehrende Depression Bei einem nicht unbeträchtlichen Teil der Patienten tritt eine Depression wiederholt auf. Der Abstand zwischen den depressiven Phasen kann Jahrzehnte betragen, aber auch ‐ in selteneren Fällen ‐ nur wenige Wochen. Im Durchschnitt haben Patienten mit wiederkehrenden Depressionen etwa alle fünf Jahre eine Krankheitsepisode. In einer verletzlichen Phase in der Kindheit kommt es zu einem Verlustereignis (zum Beispiel längerer Klinikaufenthalt der Mutter) und einer ersten Depression des Kindes, von der es sich erholt, die aber im Nervensystem Spuren hinterläßt.
- Im Erwachsenenalter kommt es zu einem erneuten Verlusterlebnis (zum Beispiel Ehefrau kommt mit Krebsverdacht ins Krankenhaus) und einer depressiven Erkrankungsphase, von welcher der Patient sich erholt. Bei einer Beförderung in der Firma fühlt der Patient sich übergangen. Es folgt eine weitere depressive Phase, von der er sich erholt. Weitere Depression, aufgetreten nach einem Umzug. Für weitere Depressionen läßt sich kein Auslöser ermitteln.
- Je häufiger also die Depressionen werden, um so geringer erscheinen die Anlässe oder Auslöser. Aus Untersuchungen mit Nervenfasern weiß man, daß diese unter bestimmten Bedingungen empfindlicher für Reize werden, es genügen immer geringere Reize, um sie zu erregen. Bei wiederkehrenden Depressionen stellt man sich vor, daß das Nervensystem mit jeder zusätzlich auftretenden Depression empfindlicher für auslösende Reize wird. Im Extremfall genügen kaum feststellbare Reize, um eine Depression auszulösen. Wenn diese Überlegungen zutreffen, dann ist es besonders wichtig, einer erneuten Depression vorzubeugen, um eine Überempfindlichkeit zu vermeiden.
- Depressionen gehören in hochindustrialisierten Ländern wie Deutschland zu den häufigsten Erkrankungen. Von 100 Deutschen werden zirka 13 mindestens einmal im Leben an einer Depression erkranken, die behandelt werden muß. Frauen erkranken doppelt so häufig an Depressionen wie Männer.