Das Leiden Angehöriger.
- Verständliche Darstellung des Leidensbildes „ Depressionen “ für Interessierte. | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 |
- Liebe Angehörige, lieber Angehöriger eines depressiv erkrankten Menschen,
- der Arzt hat bei Ihrem/r Angehörigen eine depressive Erkrankung diagnostiziert. Sie haben gewußt, daß irgendetwas nicht stimmte, daß sich der Mensch Ihrer Nähe verändert hat; so verändert hat, daß er eigentlich "ein anderer" geworden ist.
- Nur: Sie haben es - wie ich seinerzeit - wahrscheinlich nicht einer depressiven Erkrankung zuordnen können.
- Ich weiß, was in ihnen vorgegangen sein mag und vielleicht auch jetzt vorgeht. Denn auch ich war betroffen: als Angehöriger einer depressiv erkrankten Frau.
- Auch ich habe diese Verwandlung miterlebt: Von einer aufgeschlossenen, immer ausgesprochen gut gelaunten, zuverlässigen und geradezu in die Arbeit „ vernarrten " Lebenspartnerin zu einem Menschen, der immer stummer wurde, sich mehr und mehr zurückzog und schließlich nicht einmal mehr die Kraft hatte, auch nur kleinste alltägliche Arbeiten zu verrichten.
- Ein Bild des Jammers! Ich habe sie nicht wiedererkannt.
- Natürlich war mein erster Gedanke: Das ist eine Beziehungskrise. Ich werde nicht mehr geliebt, ja sogar abgelehnt. Ich habe immer wieder darüber nachgedacht, was ich denn falsch gemacht haben könnte. Ich habe versucht, das Problem zu besprechen.
- Aber ich bekam keine Antwort, keine nachvollziehbare Beschreibung ihres Zustandes, nur ihr Wunsch nach Ruhe und Isolation wurde immer deutlicher.
- Wie häufig habe ich diesen einen Satz gehört:
- "Du verstehst mich ja doch nicht! Du kannst Dir einfach nicht vorstellen, wie entsetzlich ich mich fühle."
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