Depressionen, Erkrankung und Angehörigen von Kranken.
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Was die Angehörigen tun können.
- Aus zahlreichen Gesprächen mit meinen Patientinnen und Patienten weiß ich, dass diese häufig eben nicht nur an ihrer Erkrankung selbst, sondern oft auch am Unverständnis der nächsten Angehörigen leiden. Immer wieder fällt der Satz: „Würden Sie dies alles auch mal meinen Angehörigen erklären, die haben so wenig Verständnis für mich.”
- Depressiv erkrankte Menschen sind nicht plötzlich „faul geworden” oder mürrisch oder gar undankbar, sie leiden an einer schweren, aber gut behandelbaren Erkrankung, die vielen äußerlich nicht anzusehen ist.
- Wie oft höre ich den Satz: „Ich würde mir lieber das Bein brechen, als noch einmal eine derartige Depression durchleiden zu müssen.”
Tips für die Angehörigen.
- Beim Beinbruch wird man bedauert, bei der Depression missverstanden. Akzeptieren Sie die Depression als eine schwere Erkrankung, die für einen gewissen Zeitraum dazu führt, dass sich Ihr Lebenspartner bzw. Familienangehöriger vorübergehend in seinem Verhalten verändert, Aufgaben zur Zeit nicht mehr in der gewohnten Form erledigen kann und er gerade jetzt besonders viel Zuspruch, Wärme und Anerkennung nötig hat.
- Ermahnende Worte wie „Kopf hoch, das wird schon wieder” oder „Reiß Dich zusammen” helfen dem Kranken mit Sicherheit nicht. Die Patienten leiden ohnedies sehr darunter, dass sie nicht mehr sie selbst sind.
- Entlasten Sie deshalb den Kranken, übernehmen Sie vorübergehend Aufgaben, motivieren Sie ihn immer wieder, die Therapie durchzuhalten, denn davon hängt der Erfolg entscheidend ab.
- Lassen Sie zu, wenn sich der Erkrankte zurückziehen möchte, zwingen Sie ihn anfangs nicht zu Aktivitäten, die er nicht möchte. Gut gemeinte Vorschläge, wie beispielsweise in den Urlaub zu fahren, helfen einem depressiven Patienten zunächst nicht. Er würde sich nicht wohl fühlen, da Urlaub Entspannung und Aktivität bedeutet und er damit überfordert wäre.
- Ihm wird damit nur noch mehr vor Augen geführt, wie schlecht es ihm geht. Verschieben Sie die Urlaubsreise, bis die Depression abgeklungen ist. Durch Ihr Verständnis und Ihre Zuneigung können Sie im erheblichen Maße dazu beitragen, die Depression überwinden zu helfen, denn verständnisvolle Zuneigung entlastet den Patienten weitaus mehr als ermahnende Appelle, die den Kranken noch mehr in die Enge und Hilflosigkeit treiben.
- Depressionen sind sehr ernst zu nehmende, schwere Erkrankungen, die dank moderner Therapieverfahren gut behandelbar sind. Grund genug, Geduld und Vertrauen zu haben, den Patienten zu unterstützen und somit einen optimalen Heilungsverlauf zu gewährleisten.
- Der Verfasser dieses Scripts ist unbekannt.