Depressionen: Ursachen für Phasen - Meist ist auch ein Ereignis als Auslöser ursächlich.
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- Sie zu bestimmen, ist Aufgabe des Arztes. Er ist aber auf gezielte Informationen angewiesen.
- Psychogene Depressionen.
- Sie sind die häufigste Form und haben ‐ wie der Name sagt ‐ seelische, meist erlebnisbedingte oder Iebensgeschichtlich bedingte Ursachen. Das sind zum Teil nachvollziehbare Reaktionen auf plötzliche oder lang dauernde Belastungen. Man unterscheidet folgende Gruppen:
- Reaktive Depressionen sind durch ein äußeres, schmerzliches Ereignis verursacht. Das ist zwar bei der Trauer ähnlich, doch jetzt ist die Trauerreaktion krankhaft entgleist. Meist handelt es sich um Liebesenttäuschungen, Todesfälle, Zurücksetzung, Partner- oder materielle Probleme. Inhaltlich bleibt die Schwermut auf dieses auslösende Ereignis begrenzt. Bei der neurotischen Depression handelt es sich um eine gestörte Verarbeitung äußerer und „innerseelischer“ Erlebnisse. Diese können (aber müssen nicht) bis in die frühe Kindheit zurückgehen. Später brechen sie dann unter belastenden Umweltbedingungen wieder aus, nicht selten in besonderen Lebensabschnitten wie Pubertät, Heirat, Schwangerschaft, Wechseljahre, Rückbildungsalter usw. Die depressive Entwicklung entsteht unter dem Druck einer gefühlsmäßigen Dauerbelastung ohne Aus sicht auf Entlastung. Dazu gehören langjährige zermürbende Ehekonflikte, andauernde berufliche Überforderung, Entwurzelung durch Aussiedlung usw. Man spricht darum z. B. von Erschöpfungsdepression, Entwurzelungsdepression usw.
- Endogene Depressionen.
- Sie entstehen aus dem „Inneren des Organismus“. Sie sind also biologischer Natur. Zwar sind auch hier manchmal Auslöser vorhanden wie Unfall, berufliche Zurücksetzung, materielle oder zwischenmenschliche Verluste, Auseinandersetzungen usw., doch ist meistens keine einleuchtende äußere Ursache festzustellen. Dafür findet sich häufig eine erbliche Belastung, frühere depressive Zustände (meist unerkannt oder mit Erschöpfung, Überforderung usw. erklärt) und ein besonders zermürbendes Beschwerdebild mit hoher Selbsttötungsgefahr. Vermutlich hat die endogene Depression doch körperliche Ursachen, nämlich bestimmte Stoffwechselstörungen des Zentralen Nervensystems, die bisher aber nicht nachgewiesen wer den konnten Auch bei der endogenen Depression unterscheidet man mehrere Gruppen:
- Depressionen mit meist mehreren depressiven Phasen. Dazwischen liegen unterschiedliche Zeiträume, in denen der Betroffene wieder völlig normal gestimmt und bei voller Leistungsfähigkeit ist. Das ist übrigens ein wichtiger Trost für Patienten und Angehörige: Die endogene Depression heilt wieder, ohne dass in der Regel etwas zurückbleibt. Sie kann aber erneut ausbrechen. Die Dauer der depressiven Phase kann sich über Wochen und Monate, im höheren Lebensalter sogar über Jahre erstrecken. Bisweilen kommt es auch zu kurzfristigen Depressionen, die nur wenige Tage belasten.
- Bei der manisch-depressiven Erkrankung wechseln sich depressive und manische Phasen mit krankhafter Hochstimmung ab.
- Die sog. Spätdepressionen im vorgerückten Alter zeigen meist nur depressive Phasen, etwas milder ausgeprägt und nicht so typisch wie bei den anderen Depressionen, dafür langwieriger.
- Körperlich begründbare Depressionen.
- Die Depression ist eine Gemütskrankheit. Sie setzt sich aus seelischen und körperlichen Beschwerden zusammen, jedoch ohne nachweisbaren organischen Befund. Nach und nach kommen zwischenmenschliche, berufliche und weitere Folgen hinzu.
- Sie stehen in ursächlichem Zusammenhang mit einer organischen Krankheit oder Funktionsstörung. Meist handelt es sich um Hirnerkrankungen oder Hirnschädigungen oder um altersbedingte Abbauprozesse. Ursache können aber auch z. B. allgemeine Infektionen, Kreislauferkrankungen, die Einnahme bestimmter Arzneimittel sein.
- Körperlich begründbare Depressionen sind besonders schwer zu erkennen. Meist glaubt man, es handle sich um eine nachvollziehbare Niedergeschlagenheit und Resignation durch das organische Leiden. In Wirklichkeit hängen körperliches und seelisches Leiden aber viel direkter zusammen.
- Andere Depressionsformen.
- Zu erwähnen sind ferner die Depressionen in den Wechseljahren, im Wochenbett, sog. saisonale oder auch Winterdepressionen in der dunklen Jahreszeit schizoaffektiven Psychosen, bei denen manische oder depressive Phasen mit schizophrenen Krankheitszeichen gemeinsam oder kurz hintereinander auftreten, und die leichteren, aber dafür lang andauernden Gemütsstörungen mit milderen Hochs und Tiefs, die bisweilen ein ganzes Erwachsenenalter andauern können. Auch gibt es leichtere depressive Dauerzustände: immer verdrießlich, missgestimmt, schlafgestört und manchmal regelrecht depressiv ‐ aber nie ausgeprägt genug, um einen Arzt aufzusuchen.