Depressionen, Krankheitszeichen, Gefühl, Angst, Schuldgefühle, Kopf - und Dann die Angst....
- Das Beschwerdebild der Depression. | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 |
- Entscheidend ist das rechtzeitige Erkennen einer Depression. Das aber ist nur möglich, wenn man um die wichtigsten seelischen Krankheitszeichen weiß. Sie werden nämlich sonderbarerweise weniger oft geklagt als jene körperlichen Beschwerden, die eine Depression in der Regel begleiten. Offenbar ist es schwieriger sich über seelische Veränderungen klarzuwerden als über körperliche Missempfindungen oder Schmerzen.
- Deshalb sollte man einem Menschen, der möglicherweise an einer Depression leidet, die nachfolgenden Krankheitszeichen schildern, zum Lesen geben oder selber ab fragen, weil ihm häufig erst dann so richtig klar wird, was ihn belastet. Dann muss umgehend ein Arzt aufgesucht werden, denn die Diagnose ist allein seine Aufgabe. Er ist aber auf eine ausführliche Beschwerdeschilderung angewiesen.
- Seelische Krankheitszeichen einer Depression:
- Herabgestimmt, bedrückt, niedergeschlagen, trostlos, resigniert, unglücklich, schwermütig
- überdrüssig, lustlos, freudlos (wichtiger Hinweis: an nichts mehr Freude empfinden), ferner unfähig zu genießen, ja überhaupt etwas zu empfinden (‚gefühlte Gefühllosigkeit“)
- allgemeines Elendigkeitsgefühl, tiefes Unwohl sein mit einer schwer beschreibbaren „Übelkeit“ usw.
- energielos, passiv, kraftlos, leicht und rasch erschöpfbar, ohne Initiative und Schwung, matt, apathisch, bisweilen regelrecht „versteinert“
- innerlich unruhig, getrieben, fahrig, nervös, „wie unter Strom“, mit leerem Beschäftigungsdrang, ziellosem Umhergetriebensein (Fachausdruck: agitiert); ferner jammerig, klagsam, anklammernd (erhöhte Selbsttötungsgefahr!)
- mutlos, verzagt, pessimistisch, leicht irritierbar, hoffnungslos, selbstzerstörerisch, negative Sichtweise (‚schwarze Brille“), Überbewertung aller Probleme, Gefühl der Aussichtslosigkeit, eine unbeirrbare Suche nach Negativem
- interesselos, schließlich völlige Gleichgültigkeit auf allen Gebieten, teils durch eine alles durchdringende Kraftlosigkeit, teils durch die gefürchtete „Leere im Kopf“
- überempfindlich, rasch kränkbar unzufrieden, vorwurfsvoll und ggf. ungerecht, dann rasch und unvermittelt verzweifelt; aber auch reizbar, mißgestimmt, mürrisch, auf brausend oder gar aggressiv bis feindselig (,‚feindselige Depression“, insbesonders im höheren Lebensalter)
- Minderwertigkeitsgefühle, allgemeine Unsicherheit, negative Selbsteinschätzung
- Merk- und Konzentrationsstörungen (,‚Gedächtnisschwäche“): langsames, umständliches Denken, Ideenarmut, „Leere im Kopf“ bis zur Angst, schwachsinnig geworden zu sein (sog. depressive Pseudo-Demenz, die aber nur eine vorübergehende Denkerschwernis ist)
- entscheidungsunfähig, wankelmütig, zwiespältig, alles bis zum Ende durchdenken und dann von neuem anfangen; ziellos, ängstlich abwägend, ohne abschließende Entscheidungsfähigkeit
- Grübelneigung, unfruchtbares Gedankenkreisen
- Schuldgefühle und Scham: Überbewertung früherer oder aktueller Ereignisse, häufig maßlos übertrieben, oft grundlos, Versündigungsideen, Selbstanschuldigungen ohne Grund
- Beziehungsstörungen: unfähig, gefühlsmäßig mitzuschwingen, zwischenmenschliche Zuwendung und Wärme zu vermitteln, dafür Angst vor „innerlichem Erkalten“
- Angstzustände: Zukunftsängste, Gefühl, unerwünscht zu sein, nicht akzeptiert bzw. verlassen zu werden bis hin zu Panikzuständen
- Verarmungsideen: nichts vorweisen können, nichts haben, nur Geld verbrauchen, Krankenkasse und Familie schädigen
- innere Leere mit Absterben aller Gefühle, Gefühl der Gefühllosigkeit, wie benommen, dumpf, ausgebrannt, „versteinert“
- Angst vor Tuscheleien und übler Nachrede, Misstrauen, furchtsame Verfolgungsideen
- Entfremdungserlebnisse.“ich bin nicht mehr ich“, „alles ist unwirklich, fremd, abgerückt“, „die Zeit geht nicht voran“
- Zwangsdenken, Zwangshandlungen, Zwangsbefürchtungen, hypochondrische Ängste, also die unbegründete Befürchtung, seelisch oder körperlich krank zu sein oder zu werden; mit unter wahnhafte Reaktionen bei allem kein echtes Krankheitsgefühl, trotz massiver Beeinträchtigung, damit oft auch keine Krankheitseinsicht, eher Schuldgefühle:
- “ich bin schuldig, nicht krank.“