Angst und Panik, Angstzustände, Panikattacken.
- Depressionen Teil 1 ff., Spezielle Aspekte.
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- Angstzustände sind besonders häufig mit Depressionen verbunden.
- Dies gilt vor allem für Panikattacken. Deshalb muss man insbesondere auf folgende Symptome achten (die manchmal auch einer späteren Depression vorausgehen können):
- Angststörungen allgemein mit den entsprechenden Krankheitszeichen (siehe das Kapitel über Angststörungen.)
- Panikattacken, also plötzliche und unerwartete Angstanfälle, ohne dass eine tatsächliche Bedrohung vorliegt. Beschwerdebild: plötzliches inneres Zittern und Beben, Schweißausbrüche, Hitzewallungen, Schwindel bzw. eine Art schwindelige Benommenheit, ferner Herzrasen, ggf. Herzstolpern, "Herzschlag bis zum Hals", Druck oder Schmerzen auf der Brust, Enge-, Beklemmungs- oder gar Erstickungsgefühle bis zur Atemnot, trockener Mund, Übelkeit, Brechreiz, Muskelverspannungen, Muskelschwäche, z. B. weiche Knie oder Beine, Missempfindungen, manchmal sogar der Eindruck, man verliere den Verstand oder müsse sterben.
- Depressiver Wahn:
- Ein Wahn ist eine krankhafte Fehlbeurteilung der Wirklichkeit. Wahnphänomene sind nicht nur bei der Schizophrenie oder anderen Geisteskrankheiten möglich, sondern auch bei einer wahnhaften Depression. Sie müssen jedoch der depressiven Niedergestimmtheit entsprechen. Dies äußert sich beispielsweise in:
- Verarmungsideen bis zum Verarmungswahn, obgleich die wirtschaftliche Lage unverändert (gut) ist.
- hypochondrischen Befürchtungen bis zum hypochondrischen Wahn: Überschätzung vorhandener und/oder unkorrigierbare Ängste vor nicht nachweisbaren seelischen, vor allem aber körperlichen Beschwerden bis hin zum krankhaften Erleben abstruser Veränderungen im körperlichen Bereich.
- Schuld- und Versündigungswahn: schuldig am eigenen Zustand durch unverzeihliche Energielosigkeit, Gleichgültigkeit, Apathie, Unfähigkeit, Denkstörungen. Oder Schuld an fremder Not, an früheren oder bevorstehenden Katastrophen u. a.
- paranoide Fehldeutungen: wahnhafte Beziehungsideen mit Angst vor übler Nachrede, dadurch verstärktes Misstrauen und ratlose Ängstlichkeit. Gelegentlich Verfolgungsideen, jedoch mehr furchtsam und gedrückt, weniger reizbar und aggressiv, wie es mitunter bei schizophren Erkrankten vorkommt.
- Sinnestäuschungen: gelegentlich Halluzinationen (Trugwahrnehmungen), die jedoch der depressiven Stimmungslage angepasst sind (ängstlich-schwernehmend, schuldhaft gefärbt). Meist akustischer Art im Sinne von Stimmenhören: "innere Stimme", "Stimme des Gewissens", überwiegend besorgt, resigniert, hoffnungslos, mahnend, mitunter auch anklagend oder diffamierend. Bei den Sinnestäuschungen des Gesichtssinnes bisweilen "Bilder und Erscheinungen" ähnlicher Tönung (Totenkopf, Kreuze). Bei den Geruchshalluzinationen unangenehme Verpestung nach verwesendem Fleisch, Fäulnis u. a.
- Leibgefühlsstörungen: abnorme, schwer beschreibbare und mit geläufigen Beschwerden oder Schmerzen kaum vergleichbare Empfindungen: Bewegungs-, Zug- und Druckgefühl im Körperinneren oder an der Oberfläche; Hitze- und Kälteempfindungen; Taubheits- und Steifigkeitsgefühle; umschriebene Schmerzen; wandernde Missempfindungen; eigenartige Raumsinn- und Gleichgewichtsstörungen (häufig zu Beginn einer depressiven Phase) u. a.
- Weitere Störungen: Nicht selten (aber nur selten beklagt) sind sogenannte:
- Wahrnehmungsstörungen: Geräusch- und Lichtüberempfindlichkeit sowie Änderungen der Geruchs- oder Geschmackswahrnehmung: "alles so laut", "so grell", "so scharf und stechend" usw. Aber auch das Gegenteil: herabgesetztes Hörvermögen, alles "grau in grau", kein normales Geruchs- oder Geschmacksempfinden mehr etc.
- Zeitempfindungsstörungen: Die Zeit zieht sich endlos hin und will einfach nicht enden = Zeitdehnung (das Gegenteil findet sich in der manischen Hochphase: Zeitraffung = alles vollzieht sich viel schneller).
- Störungen des Antriebs Bei den depressiven Störungen des Antriebs handelt es sich entweder um eine körperliche Unruhe und innere Getriebenheit oder um eine unerklärliche, unnatürliche tiefe Müdigkeit, Mattigkeit, Antriebslosigkeit, bis hin zu innerem Erstarren oder seelisch-körperlicher Blockierung; besonders quälend: äußerlich gehemmt, aber innerlich unruhig.