Synthetische Antidepressivas und Hinweise.
- Depression. T. 3, Behandlung medikament., AD., synthetische.
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- Es gibt Dutzende von Antidepressivas als Handelspräparate. Entscheidend aber ist nicht der Handelsname, sondern die jeweilige Wirksubstanz bzw. der Wirkstoff. Davon gibt es schon nicht mehr so viele, etwa zwei Dutzend. Einige von ihnen wirken ähnlich, aber keinesfalls alle.
- Wie unterteilt man die Antidepressivas ?
- Am häufigsten nach ihrem Wirkungsschwerpunkt.
- So gibt es
- 1. Antidepressivas, die weder merklich dämpfen noch aktivieren,
- 2. Antidepressivas, die einen antriebssteigernden Effekt entwickeln und
- 3. Antidepressivas, die vor allem beruhigen, entspannen und damit schneller angstlösend wirken.
- Diese Einteilung ist wichtig, damit jede Art von Depression das für sie zuständige Antidepressivum erhält. So sollen beispielsweise ängstlich-gespannte Kranke keine aktivierenden Antidepressiva erhalten, da sonst die kräftezehrende Unruhe noch weiter zunimmt, was gefährlich werden kann (z. B. Selbsttötungsneigung). Ein Problem ist der Umstand, dass manche Depressive nach außen eher müde oder gar energielos wirken, im Inneren aber unruhig und gespannt sind. Das muss man deshalb gezielt erfragen.
- In Ärztekreisen unterscheidet man auch nach Wirkstoff oder Stoffklasse bzw. nach biochemischer Struktur. Dort hört man dann auch Fachbegriffe wie trizyklische oder tetrazyklische sowie atypische Antidepressivas bzw. Neu-Entwicklungen wie die sogenannten selektiven Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer, Monoaminooxidase-Hemmer (MAOH), sogenannte "duale" Antidepressivas u. a. Auf die Neuentwicklungen in der Antidepressiva-Forschung wird später noch einmal kurz eingegangen.
- Hinweise, allgemein zur Behandlung.
- Vorsichtsmaßnahmen:
- Bei der Wahl des richtigen Antidepressivums muss man auch wissen, ob sich seine Nebenwirkungen mit einer bestimmten Krankheit nicht vereinbaren lassen, die der Patient sonst noch zu ertragen hat. Das Gleiche gilt für bestimmte Arzneimittel, die sich evtl. gegenseitig behindern oder ihre Nebenwirkungen verstärken. Dies ersieht der Arzt aus den sogenannten Fachinformationen und der Patient aus der Packungsbeilage unter den Überschriften Anwendungsbeschränkungen, Vorsichtsmaßnahmen und Gegenanzeigen.
- Dosierung und Dosisverteilung:
- Jedes Arzneimittel hat seinen speziellen Dosisbereich. Wenn man mehr nimmt, kann das die Nebenwirkungen erhöhen. Nimmt man zu wenig, kann es den Wirkeintritt, also die ja sehnlichst erhoffte Stimmungsaufhellung verlangsamen. Allerdings muss man bei der Dosis auch das Alter bzw. die Hinfälligkeit durch sonstige Krankheiten berücksichtigen. Auf jeden Fall erhöht man die Dosis langsam, denn jeder Patient reagiert anders, was man vorher kaum abschätzen kann.
- Das frühere Standard-Schema "3 x 1" wird übrigens immer häufiger verlassen. Aktivierende Antidepressivas beispielsweise sollten ohnehin nur vormittags, spätestens am frühen Nachmittag gegeben werden, sonst drohen Einschlafstörungen. Bei dämpfenden Antidepressivas gibt man die Hauptdosis am Abend oder vor dem Schlafengehen. Dadurch werden die Nebenwirkungen verschlafen und durch den schlafanstoßenden Effekt Schlafmittel eingespart.