Depressionen im Alter.
- Depressionen Teil 1 ff., Depressionen im Alter ff.
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- Das Beschwerdebild der Depressionen im höheren Lebensalter.
- Depressionen sind nicht einfach zu erkennen. Noch schwieriger wird es im höheren Lebensalter.
- Auf was muss man achten?
- Relativ selten sind offen gezeigte Niedergeschlagenheit, Bedrücktheit, Trauer, Schwermut oder gar Tränen, auf die man am ehesten gefasst wäre. Im höheren Alter spielt sich das mehr verborgen ab. Besonders ältere Patienten neigen dazu, ihre depressiven Gefühle nicht deutlich werden zu lassen, ja zu verharmlosen.
- Häufiger sind ausgeprägte Merk- und Konzentrationsstörungen, vor allem wenn eine länger dauernde Aufmerksamkeit erforderlich ist, gelegentlich sogar eine regelrechte Denkhemmung. Ferner Energielosigkeit, rasche Ermüdbarkeit oder gar Erschöpfung. Dabei kann es gleichzeitig zu innerer Unruhe, ja Getriebenheit kommen. Aber auch zum Gegenteil: einer seelisch-körperlichen Antriebshemmung. Fast immer quälen Angstzustände, sogar bei alltäglichen und gewohnten Tätigkeiten und Kontakten.
- Das Gleiche gilt für Schlafstörungen in jeglicher Form:
- Ein- und Durchschlafstörungen sowie sogenanntes "Früherwachen" mit dem berüchtigten "Berg auf der Brust" und Panik vor dem kommenden Tag.
- Kennzeichnend sind vor allem tiefe Freudlosigkeit, Minderwertigkeits- und Schuldgefühle sowie das Empfinden von Sinnlosigkeit und Hoffnungslosigkeit.
- Im Vordergrund der Klagen stehen aber meist körperliche Beschwerden. Dabei handelt es sich oftmals um unklare Schmerzen, die in der Regel nicht einmal genau geschildert werden können - oder ständig wechseln. Organisch findet man meist keine Ursache, jedenfalls keine ausreichende. Auch können diese Beschwerden medizinisch, z. B. durch spezifische Medikamente wie Schmerzmittel u. a. kaum gelindert werden.
- Manchmal verunsichern die Umgebung auch "neurotische" Krankheitszeichen, die bisher noch nicht auffielen, vor allem Zwangsgedanken oder Zwangshandlungen, ja hypochondrische oder gar hysterische Persönlichkeitszüge. Das sind dann vor allem unbegründete Krankheitsbefürchtungen vor vielfältigen, aber nicht vorhandenen Leiden im körperlichen, manchmal auch seelischem Bereich (z. B. Tumor, AIDS, Herz- und Lungenkrankheiten, altersbedingte Geistesschwäche).
- Gelegentlich fallen als erstes Veränderungen des Verhaltens auf: Nahrungsverweigerung, Inkontinenz (unkontrollierter Urin- oder Stuhlabgang), ungewöhnliche Aggressivität oder gar Schreien usw. Vor allem dann, wenn der Patient in ein Alten- oder Pflegeheim aufgenommen werden muss, also seine Selbständigkeit verliert und in demütigende Abhängigkeit gerät - jedenfalls nach seinem Empfinden.
- Auch plötzliche aufdringliche Bitten um Hilfe von allen Seiten, mitunter etwas gespielt anmutend, kann ein "depressiver Aufschrei" sein. Die Folge ist jedoch oftmals nicht die erwünschte Zuwendung, sondern vermehrter Rückzug der Umgebung und damit Ausgrenzung und Isolationsgefahr.
- Besonders gefährlich im höheren Lebensalter, weil nur selten von sich aus vorgebracht und im Ernstfall verhängnisvoll konsequent durchgeführt, sind heimliche Todeswünsche oder gar konkrete Selbsttötungspläne. Jede noch so geringe vorsätzliche Selbstbeschädigung muss deshalb als Hilferuf ernst genommen werden.