Arzneimittel, Depression.
- Depressionen Teil 3, Medikamentös, ff.
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- Arzneimittel: Welche werden immer wieder bei einer Depression eingesetzt - zu Recht oder Unrecht?
- Depressionen zeigen sich nur selten sofort als "klassische Melancholie", so wie man sich in der Regel eine Schwermut vorstellt. Depressionen täuschen oft: den Betroffenen, seine Angehörigen, mitunter sogar kurzzeitig den Arzt. Denn Depressionen äußern sich vordergründig vor allem im körperlichen Bereich und haben häufig zwischenmenschliche und berufliche Folgen. Die seelischen Krankheitszeichen sind den Betroffenen lange nicht bewusst oder bleiben zumindest im Verborgenen. An eine Depression denkt man nur selten - oder man verdrängt diesen Verdacht.
- Kein Wunder, dass bei einer Depression oft erst einmal eine Reihe anderer Arzneimittel eingesetzt wird, bevor man schließlich zu der Erkenntnis kommt: Es hilft alles nichts, vielleicht handelt es sich tatsächlich um eine seelische Krankheit, wenn nicht gar eine Depression.
- Welche Medikamente werden nun häufig und leider meist erfolglos versucht, bis die Diagnose einer Depression eindeutig feststeht?
- Schlafmittel (Hypnotika)
- Fast alle depressiven Patienten leiden unter Schlafstörungen: Ein- und Durchschlafstörungen sowie das zermürbende Früherwachen mit Berg auf der Brust und Panik vor dem kommenden Tag. Schlafstörungen können mehrere Gründe haben, die es erst einmal herauszufinden gilt. Um aber "nicht völlig von Kräften zu kommen", versuchen es viele Betroffene zunächst mit Schlaftabletten. Das ist kein Fehler. Bald aber muss auch klar werden, um welche Ursache es sich handelt. Nicht selten ist es eine bisher verkannte Depression.
- Manche Patienten leiden übrigens nicht an einem Schlafdefizit, sondern schlafen sogar länger als sonst, vor allem in der dunklen Jahreszeit. Ihr Schlaf ist jedoch unerquicklich und die Leistung sinkt trotz allem ab. Auch das kann eine Depression sein, eine sogenannte saisonale oder Winterdepression (Einzelheiten siehe das entsprechende Kapitel).
- Auf jeden Fall regelt sich bei einer medikamentösen Depressions-Therapie der Schlaf nicht nur über Schlaftabletten. Oft reicht auch ein schlafanstoßendes Antidepressivum, das beide Aufgaben übernimmt: Stimmungsaufhellung und Schlafförderung (siehe später).
- Eine Mittelstellung nehmen inzwischen die sogenannten Phasen-Prophylaktika ein. Das sind Substanzen wie Lithiumsalze, Carbamazepin und Valproinsäure, die auch andere Anwendungsgebiete erfolgreich abdecken (z. B. epileptische Krampfanfälle), immer häufiger und erfolgreich aber zur Therapie und vor allem Rückfall-Vorbeugung depressiver Störungen (und manischer Hochstimmungen) verwendet werden.
- Weitere Arzneimittel, die das Erleben und Verhalten verändern können, sind Schlaf-, Schmerz- und Betäubungsmittel, Antiepileptika gegen Krampfanfälle, Antiparkinsonmittel gegen die Schüttellähmung, Medikamente, die den Gehirnstoffwechsel anregen sowie bestimmte Pflanzenheilmittel.