Depressives Syndrom und Krankheitszeichen.
- Therapie der Depressionen ff.
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- Depressive Krankheitszeichen.
- Depressive Krankheitszeichen, die jedoch auch noch im erweiterten Umfeld ausgemacht werden können, sind vor allem eine "plötzliche" Resignation und Bedrücktheit, die mangelnde Fähigkeit, selbst auf eine freundliche Umgebung oder ein erfreuliches Ereignis positiv zu reagieren, eine zunehmende Interesselosigkeit, ja Gleichgültigkeit, und dies nicht zuletzt auf Gebieten, die dem Betroffenen früher etwas bedeuteten.
- Ferner eine rasche Ermüdbarkeit, verminderte Aufmerksamkeit, eigenartige innere Unruhe und Nervosität, eine gewisse Verzagtheit, schamhafter Rückzug, eine schwernehmende Lebenseinstellung, die Überbewertung aller Probleme (privat, beruflich, Politik, Wirtschaft, Sport), dazu teils sensibel, teils vorwurfsvoll, manchmal auch "schlecht gelaunt ohne Grund", mitunter etwas konzentrationsgestört und verlangsamt, unschlüssig und ggf. bestimmte körperliche Beschwerden andeutend, die bisher keine Rolle spielten. Aber alles lediglich so, dass man eigentlich nur sagen kann: "Dem geht es zur Zeit nicht gut".
- Den Nachbarn bzw. Nachbarinnen fällt beispielsweise auf, dass die Hausfrau später als sonst zum Einkaufen geht, manchmal sogar auf die letzte Minute, damit das Mittagessen noch rechtzeitig auf den Tisch kommen soll. Auch sieht der Einkaufskorb irgendwie wirr, bisweilen sogar chaotisch aus.
- Oder es gehen die Rollläden bis zum Mittag nicht hoch. Vielleicht wurden sie in der Frühe von Ehemann und Kindern hochgezogen, und - nachdem diese das Haus verlassen haben -, gehen sie sonderbarerweise wieder herunter, bis kurz vor Mittag, wenn die Familie zum Essen kommt.
- Die Post wird - entgegen der üblichen Gewohnheiten - auch nicht sofort aus dem Briefkasten genommen. Werden Nahrungsmittel und anderes an die Haustür geliefert, dann bleiben sie dort häufig stundenlang stehen, bis man sie schließlich ungewöhnlich spät hereinnimmt.
- Auch hört man nicht mehr, dass geputzt, gesaugt, gewaschen, gespült wird, kurz, das sich in der Wohnung etwas bewegt. Bis der Rest der Familie abends von der Arbeit oder Schule zurückkehrt, kann den ganzen Tag eine sonderbare Stille, fast Totenstille herrschen.
- Doch dieser Zustand bezieht sich auf die depressive Hausfrau mit Familie. Handelt es sich um eine alleinstehende Person, dann kann sich den ganzen Tag nichts bewegen. Man spürt, der Wohnungsinhaber ist da, fragt sich aber, was er eigentlich macht? Wo sind die natürlichen Kontakte geblieben, die man ansonsten auch mit eher zurückgezogenen Nachbarn pflegte?