Hilfen bei Depressionen.
- Depressionen 2. Teil, Hilfen.
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- Konkrete Hinweise zur Betreuung depressiv Erkrankter.
- Bis jetzt ging es darum, was Angehörige, Freunde, Arbeitskollegen usw. empfinden, wenn ein Mensch depressiv geworden ist. Schwierig bleibt die Situation so lange, wie man um die Erkrankung nicht weiß. Nachdem es aber halbwegs deutlich geworden ist oder gar eine ärztliche Diagnose vorliegt, stellt sich die Frage: 1. Was kann man tun? 2. Was soll man lieber lassen?
- Nachfolgend deshalb eine Reihe von Hinweisen zur Betreuung eines depressiven Menschen aus der Sicht der Angehörigen, Freunde, Nachbarn, Arbeitskollegen u. a. Manches ist bereits ein- oder mehrmals angeklungen, soll aber trotzdem hier noch einmal zusammengefasst werden.
- Aufklärung mindert Angst und Leid.
- Die Frage, ob ein Patient über sein Leiden vorbehaltlos aufgeklärt werden soll, hängt von mancherlei Faktoren ab: Art des Krankheitsbilderes, Vorgeschichte, Heilungsaussichten, Persönlichkeitsstruktur, Belastbarkeit - und von formaljuristischen Aspekten. Was auch immer für die jeweilige Erkrankung sinnvoll oder machbar ist, für einen depressiven Patienten gilt:
- Die umfassende und aufrichtige Aufklärung eines depressiven Menschen baut unkontrollierbare Ängste ab und kann damit die Genesungskräfte gezielt stärken.
- Warum ist das ausgerechnet bei Depressionen so wichtig? Es gibt vermutlich kein Leiden, das ein so vielschichtiges Beschwerdebild umfasst wie die Schwermut. Wie soll ein Mensch begreifen, dass Energielosigkeit, Elendigkeitsgefühl, Grübelneigung, Angstzustände, Kopfdruck, Kloß im Hals, Atemenge, Schlaf- und Potenzstörungen usw. in einer einzigen Krankheit aufgehen können. Mit dieser Ratlosigkeit steht der Patient ja nicht allein, selbst aufgeklärte Angehörige, Freunde und Kollegen, ja mitunter der Arzt selber tun sich hier ähnlich schwer.
- Deshalb kann die rechtzeitige und ungeschönte Mitteilung der Diagnose - und nicht zu vergessen - die notwendige Erläuterung des Krankheitsbilderes zur spürbaren Entlastung der Situation beitragen.
- Ob der Patient dann alles glaubt, was ihm der Arzt erläutert und die Angehörigen wiederholen, ist eine andere Frage. In der Mehrzahl der Fälle ist er dazu krankheitsbedingt kaum in der Lage. Trotzdem wird er mit einiger Dankbarkeit registrieren, dass sein Leiden offenbar nicht unerkannt oder selten oder unheilbar ist, das er eine reale Behandlungschance hat, vor allem dass sich der Therapeut, Verwandten und Freunde keine Sorgen machen, wie es weitergeht. Sie alle scheinen sich ihrer Sache sicher und das beruhigt, auch wenn es nicht alle Zweifel ausräumt.
- Außerdem darf man nicht vergessen: Verzagtheit, Ratlosigkeit, Pessimismus, negative Sichtweise, Hoffnungslosigkeit und Hilflosigkeit sind depressionstypisch, sind klassische Symptome der Melancholie - und vor allem durch reinen Zuspruch kaum zu beseitigen. Der Depressive kommt immer und immer wieder mit den gleichen Befürchtungen, mit Scham- und Minderwertigkeitsgefühlen, mit Mutlosigkeit, Ratlosigkeit, Hilflosigkeit usw. Deshalb muss man ihn immer und immer wieder diese Angst nehmen und ihn aufzubauen versuchen. Völlig überzeugen kann man ihn dabei zwar nie, aber er ist dann nicht mehr ganz so verzweifelt und manchmal keimt sogar die Hoffnung auf: Möglicherweise bin ich doch nicht verloren, wenn alle anderen Depressionen wieder völlig vergehen sollen.