Hilflosigkeit, Hoffnungslosigkeit und Selbstvorwürfen.
- Depressionen Teil 1 ff., Leidensschwerpunkt.
- | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7| Diagnosen >>
- Die am häufigsten geäußerten Sorgen sind die drei Bereiche:
- Eingeschränkte Leistungsfähigkeit bzw. Leistungsunfähigkeit im Sinne von Nichts-Können, Nichts-Leisten, Versagen.
- Beeinträchtigtes Selbstwertgefühl bzw. Minderwertigkeits- und Kleinheitsgefühle im Sinne von Nicht-gemocht-Werden, Nicht-geliebt-Werden.
- unnötige, wenn nicht gar unzutreffende Schuldzuweisungen bzw. Selbstvorwürfe, Selbstanklagen und damit ein fehlendes Schuldbewusstsein. und alles dies auch noch selbst verursacht zu haben.
- Oder ausgedrückt in einem einzigen Satz depressiven Grübelns:
- "Ich kann nichts, ich bin nichts, man mag mich nicht - und schuld daran bin ich auch noch selbst."
- Erschwert wird diese vernichtende Selbstbeurteilung von der charakteristischen Einstellung vieler Depressiver:
- Hilflosigkeit: "Ich kann nichts daran ändern".
- Hoffnungslosigkeit: "Nichts wird sich mehr zum Guten wenden".
- Dies ist allerdings "nur" der subjektive Leidensschwerpunkt, also das, was dem Patienten am meisten bewegt, was er am häufigsten äußert. Charakteristisch sind noch andere Krankheitszeichen, die man jedoch meist erfragen muss, weil sie den Betroffenen gar nicht (so) bewusst sind.
- Deshalb sei zum Abschluss noch auf einige Basisfragen hingewiesen, die zwar keine diagnostische Sicherheit garantieren, dennoch einen gewissen Hinweiswert besitzen.
- Fragen, die helfen können, eine Depression zu erkennen:
- Können Sie sich noch freuen? Oder sind Sie völlig freudlos geworden, können nicht einmal mehr auf ein erfreuliches Ereignis gemütsmäßig positiv reagieren?
- Fühlen Sie sich elend, zerschlagen, wie schwer erkrankt, jedoch ohne entsprechenden Grund?
- Fällt es Ihnen neuerdings schwer, Entscheidungen zu treffen, sogar alltägliche?
- Haben Sie das Interesse an Dingen verloren, die Ihnen zuvor viel bedeuteten?
- Neigen Sie in letzter Zeit vermehrt zum Problem-Grübeln, selbst bei völlig belanglosen Dingen?
- Fühlen Sie sich fast durchgehend niedergeschlagen, resigniert, hoffnungslos, von einer Schwermut herabgedrückt, die man nicht nur als seelisch, sondern auch als "körperlich herabgestimmt" bezeichnen kann?
- Fühlen Sie sich müde, ohne Antrieb und ohne Initiative, ja schwunglos, kraftlos - und zwar ohne vorangegangene Anstrengung?
- Sind Sie plötzlich völlig verunsichert, ohne jegliches Selbstbewusstsein, voller Minderwertigkeitsgefühle?
- Machen Sie sich übertriebene oder gänzlich haltlose Selbstvorwürfe, fühlen sich wertlos, schuldig?
- Denken, sprechen oder bewegen Sie sich plötzlich langsamer, träger, sind unschlüssig, wankelmütig, ängstlich abwiegend geworden und können damit nicht einmal mehr ihre täglichen Routineaufgaben abschließen?
- Können Sie sich nicht mehr konzentrieren, vergessen alles, sind bestürzt über Ihre "Leere im Kopf", fürchten vielleicht sogar eine beginnende Geistesschwäche?
- Können Sie nicht mehr schlafen: erschwertes Einschlafen, zerhackter Schlaf, quälendes Früherwachen mit Panik vor dem neuen Tag?
- Schmeckt nicht mehr alles so wie früher?
- Haben Sie Ihren Appetit und damit an Gewicht verloren?
- Haben Sie seit einiger Zeit Probleme in sexueller Hinsicht?
- Spüren Sie immer wieder anhaltende, schwer zu beschreibende Druckgefühle, Missempfindungen, ja Schmerzen, besonders im Kopf, in der Brust, im Rücken usw.?
- Haben Sie immer öfter das Gefühl, Ihr Leben sei sinnlos geworden?
- Denken Sie häufiger über den Tod nach - vielleicht sogar daran, sich etwas anzutun? In diesem Zusammenhang scheinen einige Aspekte besonders charakteristisch zu sein. Dazu gehören:
- Energielosigkeit: Alles ist unendlich anstrengend und erschöpfend.
- Hoffnungslosigkeit, insbesondere Zukunftsängste.
- Gefühl der Wertlosigkeit.
- Interesselosigkeit.
- Freudlosigkeit.
- Neigung zu Rückzug und damit Gefahr der Vereinsamung.
- Erschwertes Denken.
- Verlangsamte Bewegung.
- Schwermut: Alles ist grau und trostlos.