Geduld, Depressionen.
- Depressionen 2. Teil, Hilfen ff.
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- Deshalb sei hier nochmals wiederholt:
- Depressionen haben nichts mit Charakter- oder Willensschwäche, mit selbstverschuldet und aussichtslos zu tun. Depressionen sind eine Krankheit, meist sogar eine schwere.
- Depressionen haben das vielfältigste Beschwerdebild, das man sich denken kann, weshalb Patient und Angehörige erst einmal total überfordert und ratlos sind. Das ist normal, das ging schon zahllosen Betroffenen so und wird auch in Zukunft so akzeptiert werden müssen.
- Depressionen vergehen wieder und es bleibt nichts zurück (jedenfalls nichts von dem ursprünglichen und gefürchteten Beschwerdebild).
- Depressionen sind behandelbar, besonders mit den heutigen modernen Möglichkeiten aus Psycho- und Pharmakotherapie, Soziotherapie und weiteren Behandlungsmaßnahmen. Das mildert die Qual und kürzt das Leiden ab. Es braucht aber trotzdem seine Zeit - und vor allem Geduld.
- Depressionen können zwar wieder auftreten, doch je früher erkannt, desto gezielter können sie behandelt und damit rascher bewältigt werden. Wer nicht zu lange wartet (weil nicht sein kann, was nicht sein darf - die häufigste und verhängnisvollste Selbsttäuschung), hat auch die besten Chancen, Rückfälle zu verkürzen oder völlig zu vermeiden.
- Geduld und nochmals Geduld, und die Gabe, sich nicht anstecken zu lassen.
- Nichts erschwert den Heilungsverlauf mehr als Ungeduld oder gar vorzeitige Resignation. Zwar kann man verstehen, dass Patienten und Angehörigen die Langmut langsam ausgeht. Leider reißt der Geduldsfaden vor allem dann, wenn der Patient endlich in ärztlicher Behandlung ist und eine gezielte Therapie beginnen könnte. Spätestens jetzt, wo man eigentlich dankbar und zuversichtlich sein müsste, brechen häufig erst der gesamte Unmut, ja Reizbarkeit und Zorn auf: gegen die Krankheit, das Schicksal, bestimmte Belastungen, aber auch Angehörige, Vorgesetzte, den Arzt usw.
- Einerseits ist man erleichtert, weil man weiß, dass jetzt endlich etwas passiert. Andererseits will man ausgerechnet jetzt alles und das möglichst schnell. Dabei könnte der so spät hinzugezogene Arzt mit Fug und Recht bitten: Geben Sie mir nur die Hälfte der Zeit, die bisher sinnlos verstrichen ist.