Psychotherapien.
- Therapie der Depressionen ff.
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- Seelische, geistige und psychosoziale Symptome.
- Den Partner belastet praktisch alles, was auch den Patienten quält: Die seelische und körperliche Herabgestimmtheit; das "totale Unglück, das überall zu herrschen scheint" (im Grunde aber nur die "schwarze Brille", durch die der Depressive alles und jedes sieht); ferner die Trostlosigkeit, die tränenlose Schwermut (die häufig noch mehr mitnimmt als verzweifeltes Weinen), dazu die alles verdüsternde Freudlosigkeit; der Überdruss am Leben; die Unfähigkeit, überhaupt etwas zu empfinden und damit halbwegs adäquat zu reagieren.
- Die Interesselosigkeit ist mehr eine Aufgabe der Aktivierung durch die Umgebung, desgleichen die verminderte Aufmerksamkeit, Energielosigkeit und rasche Erschöpfbarkeit. Doch auch das kostet Kraft. Denn der Depressive ist gleichsam auf eine "Nullage" heruntergebremst, was sich unter anderem darin äußert, dass er z. B. kaum den verordneten täglichen "Gesundmarsch" durchhält, auch wenn er, vor allem zu Beginn seines Leidens, nur aus ein paar Schritten ums Haus besteht.
- Überhaupt ist die krankhaft veränderte Aktivität (Fachausdruck: Antrieb) ein Problem für sich: Sitzt der Betroffene apathisch in seiner Ecke, ist das schon ein Bild des Jammers. Noch anstrengender aber wird es, wenn er unruhig, nervös, fahrig, von leerem Beschäftigungsdrang, ziel- und rastlos umhergetrieben wird oder gar jammerig-klagsam und vor allem anklammernd seine Umgebung "nervt", bis es zu jenen Auseinandersetzungen kommt, die alle noch ratloser, verzweifelter und reizbarer machen und mit Schuldgefühlen überziehen, wenn einem einmal der Geduldsfaden gerissen ist.
- Ganz besonders zermürbend sind die Mutlosigkeit, die Verzagtheit der Depressiven (besonders dann, wenn es sich um einen normalerweise dynamischen, aktiven, engagierten, zielstrebigen Menschen handelt) bis hin zur Hoffnungslosigkeit, zur geradezu lächerlichen Überbewertung aller Probleme, zu demütigenden und für die anderen schmerzlichen Minderwertigkeitsgefühlen ("man kann es nicht mehr mit ansehen") usw. Auch die Angstzustände stecken an, von der allgemeinen Furchtsamkeit bis zu den überfallartigen Angstattacken (Fachbegriff: Panikzustände, Panikattacken - siehe Teil 1). Schließlich die besondere Empfindlichkeit, teils verbunden mit Rückzug, aber auch einmal leicht verletzlich, kränkbar, unzufrieden oder gar vorwurfsvoll.
- Manche Depressive sind wie kleine Kinder, die "vom Rockzipfel nicht mehr loskommen". Das kann noch mehr zusetzen als eine jammerige Anspruchshaltung, die man zuletzt routiniert zurückweist oder bewusst übersieht. Besonders ältere Depressive können sogar bösartig, aggressiv, ja feindselig werden. Das vergiftet die Atmosphäre am meisten, vor allem wenn es sich noch um eine chronische Depression handelt, die sich nicht mehr aufzuhellen scheint.
- Auch das langsame, umständliche, zähflüssige und einfallsarme Denken setzt den Angehörigen erheblich zu, behindert es doch jeden noch so alltäglichen Kontakt. Vor allem ist es eine der wichtigsten Aufgaben für die Verwandten, hier wieder gemeinsam "Fuß zu fassen", z. B. durch tägliches Lesetraining.
- Aber es ist ja nicht nur die verlangsamte Denkweise, auch die Reaktionsfähigkeit ist erschwert, wenn nicht gar aufgehoben. Alles braucht viel länger, wirkt zähflüssig, ist unendlich mühsam, von der Entscheidungsunfähigkeit ganz zu schweigen. Hier hat der Partner ohnehin schon die Führungsrolle übernommen, sonst würde überhaupt nichts mehr laufen.
- Manche Symptome scheinen nur den Betroffenen alleine zu beeinträchtigen, merkt man doch im normalen zwischenmenschlichen Kontakt fast nichts davon. Doch Angehörige sind nicht irgendwer, sie spüren sehr wohl, was den Patienten quält - und leiden mit. Dazu gehören zum einen die lähmende Grübelneigung, die immer gleichen Denkinhalte mit sinnlosem Gedankenkreisen, zum anderen die schon erwähnten Schuldgefühle, die Überbewertung früherer oder aktueller Ereignisse, entweder maßlos überzogen oder gar grundlos.
- Hier kann es dann auch zu durchaus verhängnisvollen Selbstanschuldigungen kommen, was Partnerschaft, Ehe, Verbote, ja kriminelle Handlungen anbelangt, "weil vielleicht doch etwas daran sein könnte". Diese unausgeräumten Verdachtsmomente betreffen insbesondere die eheliche Treue oder sonstige intime Aspekte. Hier gibt es Klärungsbedarf, ggf. mit Unterstützung des Arztes, in der Regel aber erst nach Abklingen der Depression, zuvor macht es die Depression nur noch komplizierter.