Psychosen, Neuroleptika, Forum.
- Depressionen Teil 3, Medikamentös, ff.
- << Ratgeber | 39 | 40 | 41 | 42 | 43 | 44 | 45 | 46 | 47 |48 | Johanniskraut >>
- Sogenannte hochpotente Neuroleptika wirken gegen solche Psychosen am besten.
- Mittel- und niederpotente Neuroleptika haben einen geringeren antipsychotischen Effekt, dämpfen bei unruhig-gespannten Krankheitsbilderern aber dafür um so wirkungsvoller.
- Hochpotente Neuroleptika werden bei einer Depression nur selten eingesetzt. Am ehesten dann, wenn es sich um eine sogenannte wahnhafte Depression, beispielsweise mit Versündigungs- oder Verarmungswahn handelt. Auch bei einer sogenannten schizoaffektiven Psychose, bei der Depressionen und manische Hochstimmungen sowie schizophrene Symptome gleichzeitig vorkommen, sind hochpotente Neuroleptika (zusammen mit Antidepressiva) am erfolgreichsten.
- Ansonsten werden niederpotente Neuroleptika bei Depressionen vor allem dann gegeben, wenn die Betroffenen so unruhig-gespannt und damit ggf. selbsttötungs-gefährdet sind, dass man sie mit einem dämpfenden Antidepressivum allein nicht ruhigstellen kann, sondern die zusätzliche Hilfe eines beruhigenden Neuroleptikums braucht. Diese Kombination ist aber begrenzt, denn nach einiger Zeit reicht die Wirkung des Antidepressivums alleine aus. Auch hartnäckige Schlafstörungen werden übrigens gerne mit dämpfenden Neuroleptika behoben, wenn es das beruhigende Antidepressivum alleine nicht schafft und Schlafmittel unerwünscht sind.
- Soweit sind die Neuroleptika eine wertvolle Hilfe, wenngleich bei Depressionen nur in speziellen Fällen und dann kürzer genutzt als die Antidepressiva. Zu lange, unnötig lange verabreicht, können sie nämlich selber depressive Zustände auslösen - selten zwar, aber auch nicht auszuschließen.
- Ein Problem können sie vor allem dann werden, wenn man sie ausschließlich gegen Depressionen einsetzt.
- Dies findet sich nicht selten in einer besonderen Anwendungsform: der "Wochen-Spritze". Hier werden hochpotente Neuroleptika in sehr niedriger Dosierung als Depot-Injektion verabreicht, die meist eine Woche wirkt. Dagegen ist nichts einzuwenden für bestimmte seelische und psychisch ausgelöste körperliche Beschwerden, wenn es bei einigen Injektionen bleibt.
- Leider werden diese "Wochen-Spritzen" aber auch bei Depressionen verabreicht, besonders dann, wenn man sich über die Diagnose noch nicht sicher ist. Das aber führt zu keiner Stimmungsaufhellung im eigentlichen Sinne. Denn zum einen haben diese "Wochen-Spritzen" keinen antidepressiven Effekt (auch wenn die Patienten zuerst ein wenig Erleichterung verspüren), das können nur die Antidepressiva. Zum anderen kann man durch einen längeren Einsatz dieser Injektionen sogar Depressionen auslösen und verstärken (siehe oben).
- Deshalb sei noch einmal wiederholt: Depressionen sind medikamentös nur durch Antidepressiva zu behandeln.