Körperlichen und psychosomatischen Beschwerden.
- Therapie der Depressionen ff.
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- Die psychosomatischen und körperlichen Beschwerden.
- Auch das körperliche Beschwerdebild einer Depression sorgt in der Familie für viel Aufregung. Es ist aber leichter nachvollziehbar und führt deshalb rascher zum Arzt, der - wenn er nach entsprechender Untersuchung nichts findet - als Verdachtsdiagnose auch seelische Aspekte diskutiert (Einzelheiten siehe Kapitel 1).
- Ein organisches Symptom, das mitunter aber zu erheblichen Missverständnissen führt, sind die depressionsbedingten Störungen der Sexualität. Hier beginnt es nämlich in der Regel mit dem ohnehin schwer fassbaren Phänomen des "seelischen Erkaltens" im zwischenmenschlichen Bereich (desinteressiert, ggf. abweisend oder gar kränkend), bis schließlich ausgeprägte Libido- und Potenzstörungen klar machen, dass hier doch mehr als rein Sexuelles zugrunde liegen muss.
- Nicht selten droht auch jene unglückliche Konstellation, bei der wegen der relativ plötzlichen sexuellen Gleichgültigkeit bzw. Zurückweisung der ahnungslose Partner vermutet, hier könne ein "Verhältnis" eine Rolle spielen. Dieser Verdacht bleibt lange unausgesprochen und vergiftet "nur" heimlich die Atmosphäre, bis es dann zur offenen Beschuldigung kommt.
- Und in dieser - ohnehin kritischen - Situation könnte dann noch das erwähnte Depressions-Symptom "Schuldgefühle mit Selbstanschuldigungen ohne Grund" das ganze in ein Fahrwasser bringen, das wirklich zu unangenehmen Konsequenzen führt, obgleich es erstens nicht stimmt und zweitens rein depressiv zu verstehen ist. Also sollte man gerade bei diesem heiklen Gebiet auf krankheitsbedingte Missverständnisse achten, die lange nicht durchschaut werden.
- Psychosoziale Konsequenzen.
- Im psychosozialen, vor allem aber beruflichen Bereich haben die Angehörigen höchstens mit den Klagen des Patienten selber, ggf. seines Vorgesetzten oder seiner Arbeitskollegen zu tun.
- Zum allgemeinen Problem wird dagegen der Hausfrauenberuf, der ja bekanntermaßen nicht so ganz ernstgenommen wird ("was gibt es da schon zu tun?"). Erst wenn aber eine Depression der Hausfrau durch geistige Blockierung, Energielosigkeit, rasche Erschöpfbarkeit, Merk- und Konzentrationsstörungen, durch Entscheidungsunfähigkeit sowie eine Reihe körperlicher Symptome (Schlaflosigkeit, Kopfdruck, Magen-Darm-Beschwerden, Herz, Kreislauf, Muskulatur, Gelenke usw.) tatsächlich die Möglichkeit nimmt, ihren Haushalt so zu versorgen, wie es bisher jeder gewohnt war - und deshalb auch kaum würdigte - wird klar, welche Folgen eine Depression auch "am heimischen Herd" hinterlassen kann.
- Freunde und Nachbarn des Depressiven.
- Im Freundeskreis und ggf. in der Nachbarschaft halten sich die Auffälligkeiten, die eine Depression erzwingt, schon eher in Grenzen. Das liegt nicht zuletzt daran, dass sich der Patient meist zurückzieht, verkriecht, nur noch selten zu sehen ist und wenn, dann nur noch dann, wenn man ihn gezielt zu Hause aufsucht.
- Deshalb registriert man in Freundeskreis und Nachbarschaft in der Regel nur wenige und dazu noch kaum charakteristische Symptome. Zuletzt hört man nur noch die Frage: Wo ist er denn, ich habe ihn schon lange nicht mehr gesehen?