Depression, Depressionen
- Depressionen Teil 1 ff., Einteilung und Depressionen im Alter.
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- Die Weltgesundheitsorganisation (WH0) und ihre Internationale Klassifikation psychischer Störungen (ICD-10)
- Folgende Begriffe spielen nach Einteilung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) inzwischen eine für die deutsche Psychiatrie klassifikatorisch entscheidende Rolle:
- 1. Depressive Episode: depressive Stimmung von abnormem Ausmaß, weitgehend unbeeinflusst durch äußere Umstände, mindestens zwei Wochen anhaltend und zwar fast täglich und dabei die meiste Zeit des Tages belastend. Ferner Verlust von Interesse und Freude, verminderter Antrieb und erhöhte Ermüdbarkeit.
- Dazu können folgende Randsymptome kommen: Verlust von Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl, unbegründete Selbstvorwürfe, Gedanken an Selbsttötung oder Tod, Denk- und Konzentrationsstörungen, Änderung der seelisch-körperlichen Aktivität (verlangsamt oder angetrieben) sowie Schlafstörungen und Appetitänderung. Liegt eine schwere depressive Störung vor, die zusätzlich psychotische Symptome aufweist (Wahn, depressive seelisch-körperliche Erstarrung, Sinnestäuschungen), bei der kein Hinweis auf eine schizophrene Psychose oder schizoaffektive Störung zu finden ist, bezeichnet man dies als schwere depressive Episode mit psychotischen Symptomen.
- 2. Eine rezidivierende depressive Störung liegt dann vor, wenn sich die depressiven Episoden wiederholen: mindestens zwei depressive Episoden, von denen eine zwei Wochen oder länger angehalten hat und zwischen denen ein beschwerdefreies Intervall von mindestens zwei Monaten lag.
- 3. Bipolare affektive Störungen.sind wiederholte (d. h. wenigstens zwei) Episoden, bei denen sich depressive Zustände mit manischen abwechseln. Was versteht man nach ICD-10 unter einer manischen Episode?
- 4. Eine manische Episode wird dann diagnostiziert, wenn folgende Merkmale gegeben sind: gehobene, gereizte Stimmung in deutlich abnormem Maß über eine Woche andauernd, vor allem mit schwerer Beeinträchtigung der Lebensführung. Ferner gesteigerte Aktivität oder Bewegungs-Unruhe (Ruhelosigkeit), vermehrte Gesprächigkeit (Rededrang), vermindertes Schlafbedürfnis, verstärkte sexuelle Energie, dazu tollkühnes und leichtsinniges Verhalten, rasche Ablenkbarkeit mit ständig wechselnden Plänen, Verlust sozialer Hemmungen, Ideenflucht oder Gefühl des Gedankenjagens sowie überhöhte Selbsteinschätzung mit ggf. Größenideen.
- 5. Eine Hypomanie. ist eine weniger ausgeprägte Manie mit gehobener oder gereizter Stimmung von deutlich abnormem Maß über vier aufeinanderfolgende Tage hinweg, die zu einer gewissen Beeinträchtigung der Lebensführung führt. Auch hier finden sich gesteigerte Aktivität und Ruhelosigkeit, Rededrang, vermindertes Schlafbedürfnis und erhöhte sexuelle Energie, jedoch "nur" eine gesteigerte Geselligkeit mit ggf. leichtsinnigem Verhalten.
- Depressionen im höheren Lebensalter.
- Zwar sind - entgegen der herkömmlichen Meinung - Depressionen im höheren Lebensalter nicht häufiger als in anderen Lebensabschnitten. Allerdings finden sich oft einzelne Krankheitszeichen, die zu einem depressiven Leidensbild gehören, auch wenn es für die Diagnose einer Depression nicht ausreicht.
- So werden solche Beeinträchtigungen doch noch zu einer schweren Bürde, insbesondere dann, wenn vielfältige körperliche Beeinträchtigungen sowie eine Vereinsamung hinzukommen. Dabei geht es nicht nur um das leise Einschlafen der gewohnten Kontakte, sondern auch um Art und Nähe des zwischenmenschlichen Verbundenseins. Man kann sich auch in einer Menschenmasse einsam fühlen und zu Hause verloren sein.
- Deshalb ist es wichtig, dass gerade depressive Zustände im höheren Lebensalter - in welcher Form und Ausprägung auch immer - rechtzeitig erkannt werden. Das ist zwar schwieriger als bei Depressionen in anderen Altersstufen, aber entscheidend für den Therapieerfolg. Und nachdem man diese Gemütsstörung erkannt hat, gilt es sie zu verstehen. Auch das kann schwieriger werden als sonst. Und ein drittes Problem tut sich bei Depressionen im Alter auf: Die Behandlung dauert länger und ist durch die Vielfalt der belastenden Einflüsse auf seelischem, zwischenmenschlichem, organischem und sozialem Gebiet komplizierter.
- Wann und wie droht nun eine Altersdepression? Zwar gibt es Überschneidungen in jeder Richtung, doch lassen sich im wesentlichen drei Bereiche abgrenzen:
- psychoreaktive Depressionen.
- körperlich begründbare Depressionen.
- "endogene" Depressionen.