Schmerzmittel, Schlafmittel.
- Depressionen Teil 3, Medikamentös, ff.
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- Kein Wunder, dass bei einer Depression oft erst einmal eine Reihe anderer Arzneimittel eingesetzt wird, bevor man schließlich zu der Erkenntnis kommt: Es hilft alles nichts, vielleicht handelt es sich tatsächlich um eine seelische Krankheit, wenn nicht gar eine Depression.
- Schmerzmittel (Analgetika).
- Depressionen können sich in vielfältigen schmerzhaften Beeinträchtigungen äußern, teils ohne Grund, teils als Verstärkung eines vorbestehenden Schwachpunktes: Kopfschmerzen, Muskelverspannungen im Schulter-Nacken-Bereich, Herzbeschwerden (Stechen, Brennen, Druck), Rücken-, Gelenk- und Muskelschmerzen, meist diffus und wandernd. Dazu allgemeine Missempfindungen wie Ziehen, Brennen, Reißen u. a.
- Die Patienten greifen zermürbt zu Schmerztabletten und müssen bald resigniert feststellen: Es hilft alles nichts. Seelisch ausgelöste oder verstärkte Schmerzen sind häufig dadurch charakterisiert, dass sie die Betroffenen "so wie wenn" oder "als ob", also irgendwie "anders" empfinden. Und dass sie dann durch Schmerztabletten auch nicht zu mildern und schon gar nicht zu beheben sind, zumindest auf Dauer. Dafür versteckt sich hinter solchen diffusen und schwer deutbaren Schmerzen mitunter eine unerkannte Depression. Auch hier wäre also das Wichtigste ein Antidepressivum und nicht Schmerztabletten.
- Welche Medikamente werden nun häufig und leider meist erfolglos versucht, bis die Diagnose einer Depression eindeutig feststeht?
- Schlafmittel (Hypnotika).
- Fast alle depressiven Patienten leiden unter Schlafstörungen: Ein- und Durchschlafstörungen sowie das zermürbende Früherwachen mit Berg auf der Brust und Panik vor dem kommenden Tag. Schlafstörungen können mehrere Gründe haben, die es erst einmal herauszufinden gilt. Um aber "nicht völlig von Kräften zu kommen", versuchen es viele Betroffene zunächst mit Schlaftabletten. Das ist kein Fehler. Bald aber muss auch klar werden, um welche Ursache es sich handelt. Nicht selten ist es eine bisher verkannte Depression.
- Manche Patienten leiden übrigens nicht an einem Schlafdefizit, sondern schlafen sogar länger als sonst, vor allem in der dunklen Jahreszeit. Ihr Schlaf ist jedoch unerquicklich und die Leistung sinkt trotz allem ab. Auch das kann eine Depression sein, eine sogenannte saisonale oder Winterdepression (
- Einzelheiten siehe das entsprechende Kapitel).
- Auf jeden Fall regelt sich bei einer medikamentösen Depressions-Therapie der Schlaf nicht nur über Schlaftabletten. Oft reicht auch ein schlafanstoßendes Antidepressivum, das beide Aufgaben übernimmt: Stimmungsaufhellung und Schlafförderung (siehe später).