Depression und Depressionen - soweit Angehörigen,Hinweise,Leiden und Diagnose.
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- Welches sind die ersten Krankheitszeichen einer Depression ?
- Im Gegensatz zu manchen anderen seelischen (und vor allem körperlichen) Leiden ist es bei der Depression gar nicht so einfach, sogenannte Warn- oder Vorposten-Symptome auszumachen. Das liegt zum einen am vielfältigen Beschwerdebild, das so weit gespannt bzw. verwirrend sein kann wie bei kaum einer anderen Krankheit. Zum anderen fallen bei der Depression besonders körperliche oder zwischenmenschliche Beeinträchtigungen auf, die natürlich - zumindest zu Beginn - kaum mit der seelischen Störung Depression in Zusammenhang gebracht werden.
- So bemerken die meisten als erstes eine Veränderung ihres Schlafes, also Ein- und Durchschlafstörungen ("zerhackter Schlaf") mit belastenden Träumen und schließlich auch das gefürchtete Früherwachen mit "Berg auf der Brust und Panik vor dem neuen Tag".
- Dann lässt auch der Antrieb zu wünschen übrig: müde, matt, ohne Initiative und Schwung, schließlich zunehmend energielos, passiv, zuletzt schwach, kraftlos, vor allem leicht und rasch erschöpft. Besonders verwirrend und peinigend ist dabei die Kombination aus äußerlich antriebslos, ermattet oder völlig hinfällig und innerlich unruhig, gespannt, gleichsam "wie unter Strom".
- Nach und nach kommt es auch zu Appetitstörungen und Gewichtsverlust, wobei letzteres weniger stört, weil es die meisten Patienten ihrem "Idealgewicht" zuzuführen scheint. Soweit die Hinweise, wie sie am häufigsten beklagt werden.
- Soweit die Hinweise, wie sie am häufigsten beklagt werden. Für Menschen mit einiger Fähigkeit zur "Innenschau" und Objektivität aber hat sich schon lange vorher eine gewisse Lustlosigkeit, ja Freudlosigkeit eingeschlichen sowie eine wachsende Unfähigkeit, zu genießen.
- Manche klagen auch über ein undefinierbares "Grippegefühl", das sich später zu dem erwähnten "Elendigkeitsgefühl" auswachsen wird.
- Besonders verwirrend, weil nicht nur zermürbend, sondern vor allem kaum begründbar, ist eine zunehmend pessimistische, ja mutlose Einstellung und das Nachlassen früherer Interessen, zumindest jener, die eine gewisse Mindestaktivität voraussetzten.
- Sorgenvoll registriert wird auch eine peinliche Merk- und Konzentrationsstörung, ja wachsende Vergesslichkeit. Die später so gefürchtete "Leere im Kopf", die besonders intellektuell Interessierte bis zum Lebensüberdruss und damit in eine gefährliche Selbsttötungsgefahr treiben kann, prägt sich erst nach und nach aus.
- In zwischenmenschlicher und vor allem beruflicher Hinsicht fällt auf, dass zuerst intensive, später sogar alltägliche Kontakte immer schwerer durchgestanden, ja überhaupt ertragen werden. Die Leistungsfähigkeit nimmt ständig ab, vor allem unter Druck ("Stress") und bei mehrschichtigen, komplexen Aufgaben.
- Natürlich sind das alles erst einmal "allgemeine Stress-Reaktionen" und "Störungen der Befindlichkeit", wie das so schön heißt. Sie können in der Tat jeden und zu jeder Zeit treffen, deshalb muss man noch keine Depression befürchten. Entscheidend ist jedoch die Art und Weise, wie die Betroffenen (und ihre Angehörigen) das Ganze darstellen. Letztlich mag sich alles noch so einleuchtend abgespielt haben, irgendwie scheint mehr vorzuliegen als nur eine der üblichen Belastungs- oder Überforderungsreaktionen, die jeder von sich selber kennt.
- Es kann aber auch sein, dass sowohl der Patient als auch die Angehörigen - meist aus der unbewussten Furcht heraus, es könne sich tatsächlich um etwas "Ernsteres" handeln -, das Ganze zwar beklagen, aber auch so interpretieren, dass der Arzt auf eine falsche Fährte gelockt wird. Und obgleich er sich nicht sicher ist, lässt er doch das Ganze letztlich auf sich beruhen ("erst einmal abwarten"), um die Entwicklung nicht unnötig zu "dramatisieren". Damit ist aber nichts gewonnen. Im Gegenteil: Das Leiden und Elend zieht sich noch länger hin - und zwar ohne entsprechende Behandlung.
- So ist die häufigste Diagnose zu Beginn einer Depression eine Fehldiagnose, meist als vegetative Dystonie oder Labilität oder psychovegetativer Erschöpfungszustand verkannt.
- Und entsprechend sehen auch die Therapievorschläge aus: Ausspannen, Kürzertreten, einmal so richtig ausschlafen, endlich die überfälligen Restferien des letzten Jahres nachholen.
- Und wenn es um Medikamente geht, dann vor allem Schlaf- und Beruhigungsmittel. Das hilft auch fürs erste, aber eben nur fürs erste.
- So müssen die meisten Depressionen erst einmal so richtig "durchbrechen", seelisch zermürben, körperlich belasten und zwischenmenschlich bzw. beruflich irritieren oder gar Schaden anrichten, bevor man auf die richtige Ursache, Diagnose und damit Therapie kommt.