Traurigkeit und Depressionen.
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- Wie kann man zwischen Traurigkeit und Depressionen unterscheiden?
- Traurigkeit ist ein Gefühl, die Trauer eine normale Reaktion auf einen (schwerwiegenden) Verlust oder Schicksalsschlag.
- Auch bei der "einfachen Trauer" kann sich ein ausgeprägtes depressives Beschwerdebild mit Niedergeschlagenheit, Appetitlosigkeit, Gewichtsabnahme und Schlafstörung einstellen. Selbst Schuldgefühle sind möglich, doch kreisen sie dann in der Regel um nachvollziehbare Skrupel, z. B. frühere Auseinandersetzungen, Streit, Spannungen, Pflege.
- Und treten Todesgedanken auf, beschränken sie sich gewöhnlich auf die Überlegung, dass es vielleicht besser wäre, ebenfalls tot zu sein. Solche düsteren Gedanken pflegen jedoch nicht das Ausmaß diffuser oder gar konkreter Selbsttötungsphantasien anzunehmen. Auf jeden Fall hält der Betroffene seine Gefühle noch für "normal", selbst wenn er z. B. wegen Schlafstörungen medikamentöse Hilfe sucht.
- Der Übergang von Trauer zur Depression kann allerdings auch fließend verlaufen. Die größten Unterscheidungsschwierigkeiten findet man in der Regel im höheren Lebensalter.
- Doch gibt es einige Unterscheidungshilfen, deren Wert man zwar nicht unkritisch überdehnen, die man aber dennoch kennen und ggf. nutzen sollte:
- So spricht man nicht mehr von Trauer, sondern von einer krankhaften depressiven Störung:
- wenn die Verstimmungen im Sinne einer seelischen und sogar körperlichen "Herabgestimmtheit" ununterbrochen länger als einige Wochen oder gar Monate bestehen (was mitunter aber auch bei ausgeprägten Trauerreaktionen möglich ist, vor allem im höheren Lebensalter).
- wenn die Verstimmungen vom Betroffenen selbst als nicht nur quälend, sondern zumindest teilweise fremd und nicht abschüttelbar erlebt werden.
- wenn die Verstimmungen mit bedrängenden, ja beherrschenden Gefühlen von Schuld und Unfähigkeit (nicht Können trotz Wollen), mit gleichgültiger Selbstvernachlässigung, mit Todeswünschen oder gar konkreten Selbsttötungsideen bzw. -absichten einhergehen (siehe unten).
- wenn die Verstimmungen von außen, d. h. durch zwischenmenschliche Kontakte nicht mehr in der üblichen Weise zu lindern sind und
- wenn der Gesamtzustand so unerträglich wird, dass der Betroffene ärztliche Hilfe suchen muss.
- Vor allem die letzte Erkenntnis ist ein alter, einfacher und in der Tat nicht unbegründeter Unterscheidungsfaktor:
- "Wer nur traurig ist, geht kaum zum Arzt."