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Depression, Depressionen

Management von Depressionen:

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Sexuelle Nebenwirkungen

Handelsnamen Wirkstoffe.

Oft geben Patienten, welche Antidepressiva vorzeitig absetzen, sexuelle Nebenwirkungen als Grund dafür an. Eigentlich können Antidepressiva dank wieder erlangter Libido, insgesamt erhöhter Energie und Schlafnormalisierung zu einer Verbesserung der Vita sexualis führen. Dennoch ist inzwischen für die SSRI und Venlafaxin bekannt, dass sie gelegentlich zu signifikanten Veränder-ungen im sexuellen Ansprechen führen können. Viele Patienten empfinden die Orgasmusverzögerung für sich und die Partnerin als belastend. Der Stellenwert der sexuellen Nebenwirkungen gebietet, alle Patienten über dieses Risiko aufzuklären und gleichzeitig die Möglich-keiten zu erwähnen, etwas dagegen zu tun. Dazu gehören einfache Schritte wie Dosisreduktion, Änderung der Einnahmezeit, geplante medikamenten-freie Perioden (drug holidays) oder vorsichtiges Abwarten für einige Wochen. Weiter können niedrige Dosen von Buspiron (Buspar®), Ginkgo-Präparaten oder Cypro-heptadin (Periactin®) Linderung bringen, ohne dass die Antidepressivumdosis reduziert werden muss. Einigen männlichen Patienten kann auch Sildenafil (Viagra®) Hilfe bringen. Mirtazapin und Nefazodon führen wegen ihres Serotoninantagonismus weniger zu sexuellen Nebenwirkungen, und auch Bupropion hat keine direkte serotonergische Aktivität und ruft damit generell solche Probleme nicht hervor.

Medikamenteninteraktionen

An sie ist vor der Wahl eines Präparats schon zu denken, selbst wenn die neueren Antidepressiva im Vergleich zu anderen Wirkstoffklassen eigentlich wenig Interaktionsprobleme verursachen.

Im Routineeinsatz sind gewichtige Interaktionen bei Bupropion und Mirtazapin nicht zu beobachten, hingegen hemmen die meisten anderen modernen Antidepressiva (wie auch viele Antipsychotika) verschiedene Komponenten des Zytochrom-P-450-Systems. Absolut kontraindiziert sind zusammen mit SSRI und Venlafaxin jedoch nur die MAO-Hemmer. Fluvoxamin kann die Konzentrationen von Theophyllin oder Clozapin (Leponex®) steigern. Grapefruitsaft kann die Fluvoxaminspiegel erhöhen. Nefazodon hemmt CYP3A4 besonders stark, was zur Vorsicht oder Überwachung der Spiegel von Carbamazepin (z.B. Tegretol®), Digoxin, Triazolam (Halcion®) oder Alprazolam (Xanax®) zwingt.

Weitere Therapien

Obwohl die neueren Antidepressiva zurzeit als Mittel der Wahl anzusehen sind, bleiben die trizyklischen Antidepressiva ebenso wirksam, und es scheint, dass einige Patienten nur auf sie ansprechen. Bei früherem gutem Ansprechen auf ein Trizyklikum kann dieses auch heute erneut indiziert sein. Dennoch wird man auch in dieser Situation die geringeren Nebenwirkungen und Überdosierungsgefahren der neuen Präparate in Betrachtziehen. Für die nichtspezialisierte Praxis werden die an sich effektiven MAO-Hemmer heute als nicht praktikabel eingestuft, schreiben Breen und McCormac. Heutzutage fragen etliche Patienten nach «natürlichen» Behandlungsalternativen, und diese bieten sich mit Johanniskrautpräparaten an. Aus der amerikanischen Sicht der Autoren erscheinen Johanniskrautextrakte (noch) nicht überzeugend dokumentiert, da die positiven Studien aus Europa stammen und die einzige amerikanische Untersuchung negativ verlief. Die Psychotherapie bleibt aber auch nach ihrer Einschätzung eine gute Bereicherung der medikamentösen Behandlung.

Behandlungsdauer

Patienten, die auf die Antidepressivabehandlung gut ansprechen, sollten ihr Medikament für 6 bis 12 Monate weiter einnehmen. Bei älteren Patienten mit einereinzelnen depressiven Episode und bei Depressiven, die schon zwei oder mehrere durchgemacht haben, kann eine lebenslange Therapie angesichts des hohen Rezidivrisikos sinnvoll sein.

Robert Breen and Rupert J. McCormac (Department of Neuropsychiatry and Behavioral Science, University of South CarolinaSchool of Medicine, Columbia/USA): A fresh look at management of depression. Postgraduate Medicine Halid Bas Interessenkonflikte: keine deklariert.

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