Bei der VNS werden milde elektrische Signale an den Vagusnerv im linken Halsbereich übertragen, der diese an das Gehirn weiterleitet. Vagus heißt im Griechischen: „Wanderer“ , da dieser 10. Hirnnerv gleichsam durch den gesamten Oberkörper wandert und somit eine primäre Kommunikationslinie zwischen den Hauptorganen des Körpers und dem Gehirn darstellt. Die VNS ist eine anerkannte Behandlungsmethode für spezielle Formen der Epilepsie, die sich mit Medikamenten nicht behandeln lässt und wird routinemäßig angewendet. Die Behandlung von Epilepsiepatienten deutet darauf hin, dass VNS zusätzlich eine vorteilhafte Wirkung auf das Gemüt ausübt. Dies wurde durch amerikanische Studien an 60 Patienten mit chronischer Depression bestätigt. Wahrscheinlich wirkt VNS durch die Stimulation von Hirnbereichen, die für die Verursachung von Depressionen mit verantwortlich sind.
Das NCP-System zur Stimulation des Vagusnervs wird durch zwei Hautschnitte während eines Eingriffs unter Vollnarkose implantiert. Der operative Eingriff, dauert ungefähr eine Stunde. Das implantierte System besteht aus einem Schrittmacher der (wie seit langem implantierte Herzschrittmacher) im oberen linken Brustkorbbereich unter die Haut implantiert wird und mit einer Leitung unter der Haut zum Vagusnerv im linken Halsbereich verbunden ist.
Der behandelnde Chirurg wird den geplanten Eingriff vorher mit Ihnen ausführlich besprechen. Die Stimulation erfolgt mittels schwachem Strom, der von dem Schrittmacher durch die Leitung auf den Vagusnerv geleitet wird. Das System hält sich dabei an die Stimulation, die Ihr Arzt während 24 Stunden pro Tag für Ihre Behandlung vorgesehen hat. Normalerweise erfolgt z.B. alle 5 Minuten eine Stimulation von 30 Sekunden. Möglicherweise spüren Sie von der Stimulation nichts.
Wenn Sie die Bedingungen erfüllen, werden Sie für das Implantationsverfahren stationär in einem Krankenhaus aufgenommen. Das System wird erst während der ersten vier Wochen nach der Implantation eingeschaltet.
Genesungszeit nach der Implantation
Während der zweiwöchigen Genesungszeit nach der Implantation wird zweimalig eine Beurteilung von Depression und Manie durchgeführt. Zudem wird von dem implantierten System eine Röntgenaufnahme angefertigt.
Der Stimulator (nicht das ganze System) sollte dann entfernt werden, wenn die Batterie ausgetauscht werden muss.
Wie bei jedem operativen Eingriff gibt es Risiken. Während der letzten 11 Jahre wurde VNS bereits zur Behandlung von etwa 10’000 Epilepsiepatienten eingesetzt. VNS steht als Therapie für diese Patienten in Ihrem Krankenhaus zur Verfügung. Die Operationstechnik und die Stimulation des Vagusnervs, die in dieser Studie an depressiven Patienten vorgenommen werden, sind die gleichen wie bei der Behandlung von Epilepsiepatienten. Den VNS-Studien an Epilepsiepatienten und den Studien über Depression zufolge, besteht das Operationsrisiko im normalen Narkoserisiko, in Nervenschädigungen mit Heiserkeit, Schluckbeschwerden, Schmerzen, Wundheilungsstörungen und Narbenbildung.
Zu den üblichen Nebenwirkungen der Stimulation gehören die Veränderung der Stimme, Husten, Kurzatmigkeit, Halsschmerzen und Übelkeit. Lokaler Wundschmerz oder Übelkeit treten meist nur für eine kurze Zeit nach der Operation auf und das Risiko einer Infektion liegt unter 2%. Heiserkeit, Stimmveränderungen oder Husten treten nur während der Stimulation für 30 Sekunden auf und nicht durchgehend. Patienten haben diese Nebenwirkungen als schwach und mäßig beschrieben und vertragen diese mit der Zeit immer besser. Nach Langzeitauswertungen von 5 klinischen Studien an 440 Patienten wurden folgende Aussagen zu den häufigeren Nebenwirkungen getroffen:

