Depression, Depressionen

Response-Rate, Neurokognitive Funktion u. VNS:
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Die Response-Rate stieg von 40% (N 30) am Ende der Studienphase auf 55% (N = 29) nach 6 bzw. 9 Monaten bis auf 56% (N 27) beim bisherigen Ende der Erhebung an. Bei 91% (9 von 11) der Patienten, die am Ende der akuten Studienphase auf VNS ansprachen und die 9-monatige Follow-up-Phase durchliefen, war eine gleichbleibende Wirkung festzustellen. 38% (6 der 16) der Patienten, die am Ende der akuten Studienphase nicht auf VNS angesprochen hatten, waren beim Follow-up nach 9 Monaten zu Therapie-Respondern geworden. Patienten, die vor der VNS-Therapie mehr als 6 verschiedene Behandlungsklassen bzw. mehr als 7 verschiedene antidepressive Behandlungen erhalten hatten, blieben Non-Responder.

Professor Rush fasste zusammen, dass 40% der Patienten nach nur 10 Wochen Behandlungsdauer auf VNS ansprachen, 17% wiesen eine vollständige Remission auf (HRSD28< 10). Die antidepressive Wirkung stieg mit zunehmender Dauer der Behandlung weiter an. Darüber hinaus war eine beachtliche funktionelle Verbesserung bei den Respondern zu verzeichnen. Der chirurgische Eingriff und die Stimulation des Vagus verursachten nur minimale, bereits aus den Epilepsiestudien bekannte Komplikationen. Es ist möglich, dass VNS bei extrem therapieresistenten Depressionen weniger wirksam ist, so Rush. Auch wenn diese Daten in einer offenen Studie bei einer relativ kleinen Anzahl von Patienten gesammelt wurden, scheint doch die Notwendigkeit für die Durchführung einer randomisierten, kontrollierten klinischen Studie erwiesen. Der Beginn dieser Studie ist im Sommer 2000 mit 20 Zentren in den USA geplant.

Neurokognitive Funktion und VNS bei Depression

Dr. Harold Sackheim, Columbia Universität und New York State Psychiatric Institute, präsentierte die Auswirkungen von VNS auf die neurokognitiven Funktionen bei den Patienten mit schweren Depressionen aus der Pilotstudie. 27 Patienten wurden vor der Implantation und nach der akuten Studienphase einer umfangreichen neuropsychologischen Testung mit 14 Einzeltests unterzogen. Die Resultate ergaben Hinweise auf eine geringe Verbesserung der motorischen Schnelligkeit, die in der dominanten Hand stärker zu beobachten war, der psychomotorischen Leistungsfähigkeit, der Sprachfunktionen sowie der Exekutivfunktionen. Es gab keinerlei Hinweise auf eine Verschlechterung der neurokognitiven Funktion durch die VNS Therapie.

Schlussfolgerung

Abschließend dankte der Vorsitzende der VNS-Satellitenkonferenz, Professor A. John Rush, den Referenten. Auch drückte er seine Begeisterung über die Ergebnisse der Pilotstudie aus. Er hoffe für die von einer schweren Depression betroffenen Patienten, dass die bald beginnende randomisierte, kontrollierte Studie die noch vorläufigen Ergebnisse bestätigen könne und so tatsächlich ein neuer Behandlungsweg gefunden werde.

Autoren:

Paul A. J. M. Boon, *A. John Rush und **Stephen A. O‘Connor, Abteilung für Neurologie, Universitätsklinik Gent, Belgien, *Universität Texas, Southwestern Medical Centre, Dallas, Texas, USA, und **Cyberonics SA/NV, Zavaentem, Belgien.

Quelle: CINP, Juli 2000, Brüssel.zurück zu Seite 10.

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