Depression, Depressionen

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Psychopharmakologische Tipps

Diese Tipps wurden entweder von Mitgliedern der Interpsych psycho-pharm Diskussionsliste - geleitet von Ivan Goldberg, MD - gepostet, oder ich erhielt sie direkt per Email. Ich habe sie überarbeitet.

Die Seite ist vorrangig als Ressource für Mitglieder der Diskussionsliste gedacht - aber der Zugang unterliegt keiner Beschränkung - und Jene die Medikamente einnehmen sind ebenso willkommen wie Jene die sie verordnen. "Wir sind keine Priester mit versteckten, heiligen Büchern und einer Vogelsprache die keiner normaler Mensch versteht"

Wenn Sie Medikamente einnehmen, ist es wichtig informiert zu sein, aber nehmen Sie keine Veränderungen an Ihrer Medikation ohne der Zustimmung Ihrer Arztes - der Ihre medizinische Kondition, ihre Reaktion auf Medikamente in der Vergangenheit usw., kennt - vor.

Die Tipps sind dass was sie sind: Tipps, und nicht (mit Ausnahmen) das Ergebnis wissenschaftlicher Studien. Sie sollen nicht verwendet werden zu Diagnosezwecken, kein medizinischer Rat sein oder die Behandlung beeinflussen. Sie haben früher funktioniert und können wieder funktionieren, sind aber nicht generell Allgemeingültig und sollen nicht ohne Blick auf die jeweilige Situation und der Einbeziehung eines erfahrenen Arztes angewandt werden.

Robert Hsiung, MD

Assistant Professor of Clinical Psychiatry

University of Chicago


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Robert Hsiung und die Original-Autoren sind bemüht qualitativ hochwertige Informationen zur Verfügung zu stellen, geben aber keine Garantien - weder ausdrücklich oder auch nur angedeutet - und lehnen insbesonders jede Garantie für das Funktionieren bzw. die Eignung zu einem bestimmten Zweck ab. Diese Informationen sind auch keine Aufforderung zu einer Handlung. Und: Robert Hsiung, Ivan Goldberg und die anderen Verfasser haften nicht für irgendwelche Direkten, sich ergebenden oder anderen Schäden die aus Nachlässigkeit entstehen. Das Verstehen und Aktzeptieren dieser Bestimmungen ist Vorraussetzung für die Nutzung von: Psychopharmakologischen Tipps.

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Betr.: Maximale venlafaxine Dosis

From: rdb@icu.com (Richard David Brand, MD)

Date: Thu, 9 May 1996 00:04:08 -0400

Neulich hat mich ein Psychiaterkollege besucht, dessen Patient langsam auf venlafaxine anzusprechen begann als die Dosierung auf 375 mg/tägl. erhöht wurde. Er hatte keine Nebenwirkungen. Nach einer adäquaten Zeit mit 375 mg/tägl. gab es keine Verbesserung mehr. Meine Erfahrung ist, dass ein Ansprechen auf venlafaxine üblicherweise bei niedrigeren Dosen erfolgt. Ich hatte noch nie einen Patienten der nicht bei 375mg/täglich ansprach (wenn er es vertrug).

--Louis B. Cady, M.D

Ich hatte ein excellentes ansprechen bei 600 mg mit einem Mann, etwa 30 J., welcher auf niedrigere Dosen nur wenig Ansprach.

Übrigens, er hat es einwandfrei Vertragen, es gab keine Erhöhung des Blutdrucks.

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Date: 09 May 96 17:17:36 EDT

From: "Furey A. Lerro" <71544.3434@compuserve.com>

Betr.: Maximale venlafaxine Dosis

Auf einem Meeting zu therapieresistenter Depression von der APA (American Psychiatric Organisation), stimmten die Teilnehmer überein, dass Dosierungen über der empfohlenen maximalen Dosierung manchmal nötig sind und funktionieren. Die Obergrenzen variierten, waren aber zwischen 500-600 mg. Ein kombinieren mit den üblichen Präparaten wurde für möglich erachtet, ist aber normalerweise unnötig. Bezüglich der Sicherheit stimmten die Teilnehmer überein, dass Untersuchungen in kürzeren Zeitabständen durchzuführen seien. Es wurden keine schwerwiegenden Komplikationen dokumentiert.

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Kombinieren von Antidepressivas

Date: Fri, 8 Dec 1995 21:28:03 -0500

From: gsdavids@niagara.com (George Davidson)

Betr.: Kombinieren von fluoxetine und venlafaxine

Einige meiner Patienten - unäbhängige Freidenker, die sie nun mal sind - haben Kombinationen getestet. Sie kombinierten die Reste einer früheren Verschreibung - mit erstaunlichem Effekt. Das hat mich zum Nachdenken angeregt.

Ich habe jetzt zwei Patienten, welche entdeckten (a) ein nichtansprechen auf fluoxetine oder (b) ein ansprechen mit Nebenwirkungen auf hohe Dosen venlafaxine ein (c) gutes Ansprechen ohne Nebenwirkungen mit fluoxetine *und* venlafaxine ergibt.

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Date: Sat, 11 May 1996 05:35:34 -0500

From: gsdavids@niagara.com (George Davidson)

Betr.: Kombinieren von SSRIs

Einige meiner Patienten haben SSRIs in Eigeninitiative kombiniert, - erstaunlich erfolgreich - und ich hatte die Ergebnisse zu überprüfen. Einige allgemein anerkannte und geachtete Psychiater haben sie zu mir geschickt als ich um Rat fragte.

Ich kann nicht erkennen warum das so schlecht sein soll - was mich unsicher macht ist dass es keine Möglichkeit gibt zu erkennen wann die Gefahr eines Serotoninsyndroms besteht - bevor es so weit ist.

Ich habe Kombinationen von SSRIs (und venlafaxine (Trevilor) und nefazodone (Serzone) gesehen um die Vorteile von beiden mit weniger Nebenwirkungen von jedem zu kompensieren. Ebenso sah ich Kombinationen wo die Nebenwirkung von dem einen eingesetzt wurde um die Nebenwirkung des anderen auszugleichen.

Die scharfsinnigste Kombination die ich bis jetzt gesehen habe ist 60 mg fluoxetine tägl. mit 75 mg Effexor tägl. - sie tat dies weil sie besser auf venlafaxine als auf fluoxetine ansprach, aber um den vollen antidepressiven Effekt zu erhalten wäre eine viel höhere Dosis venlafaxine nötig gewesen - was wesentlich mehr gekostet hätte weil dies in ihrer Versicherung nicht eingeschlossen war.

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Date: Sat, 22 Aug 1998 15:16:16 -0400

From: Ivan Goldberg <Psydoc@psycom.net>

Betr.: Kombinieren von bupropion, nefazodone, and mirtazapine

Ich habe eine grosse Zahl Patienten mit therapieresistenten Depressionen gesehen. Im Verlauf der Behandlung habe ich alle möglichen Kombinationen von bupropion, nefazodone und mirtazapine, einschliesslich aller Drei in wenigen Fällen, eingesetzt. Mein Eindruck war das solche Kombinationen üblicherweise gut Vertragen wurden und - jetzt und später - spektakulär Erfolgreich sind. Aber üblicherweise sind alle zusammen nicht sehr viel besser als jedes für sich allein.

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Date: Sun, 27 Sep 1998 23:33:51 -0500

From: Larry Ereshefsky <ereshefsky@uthscsa.edu>

Betr.: Kombination mirtazapine und venlafaxine

Stephen M. Stahl, den ich als Guru der Psychopharmakologie zu Depression ansehe, befürwortet Kombinationen wie Remergil (mirtazapine) und Trevilor (venlafaxine) für schwer zu behandelnde Depressionen, hat aber das Risiko eines Serotoninsyndroms während eines Meetings das ich besuchte, nicht erwähnt.

--Jim Glover, M.D.

Die Kombination von mirtazapine und venlafaxine ist sehr Effektiv. Ich sehe diese Therapie als "schweres Geschütz", vergleichbar mit Elektrokrampftherapie (Elektroconvulsionstherapie) an. Es gibt das Risiko des Serotoninsyndromes - so wie bei allen Kombinationsstrategien die dasselbe System auf verschiedenen Stufen beeinflussen. Das relativiert sich aber wenn man Nutzen/Risiko abwägt.

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Date: 1998 18:24:46 -0500

From: Larry Ereshefsky <ereshefsky@uthscsa.edu>

Betr.: Kombination mirtazapine and venlafaxine

Rückblickend wird diese Kombination mit gutem Erfolg eingesetzt. Sicher, es keine Unterlagen zur langfristigen Anwendung etc., aber es ist unwahrscheinlich dass therapieresistente Patienten die spontane Remission unterlaufen oder auf Placebo ansprechen.

Leute wie Norm Sussman, Alan Schatzberg und andere die ich bei einer Tagung besucht habe, sagten sie hatten guten Erfolg bei bestimmten Patienten.

Ob die Kombination effektiver arbeitet als jedes Mittel für sich allein lässt sich nicht mit Daten belegen.

Jedoch, der neurochemische Effekt entspricht wohl einer vermehrten NE- und 5HT-Ausschüttung.


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