- Clomipramini AD. | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 |10|11|12|13|14|15|16|17|18|19|20|21|22|23|24|
- Überdosierung.
- Die ersten Anzeichen und Symptome einer Überdosierung mit Anafranil sind vergleichbar mit denen anderer trizyklischer Antidepressiva. Die wichtigsten Komplikationen sind Störungen der Herzfunktion und neurologische Störungen. Bei Kindern muss jede versehentliche Einnahme, unabhängig von der Menge, als ernst und potentiell letal betrachtet werden.
- Symptome.
- Die Symptome treten im Allgemeinen innerhalb von 4 h nach der Einnahme auf und erreichen nach 24 h ihren maximalen Schweregrad. Aufgrund der verzögerten Resorption (anticholinerger Effekt), der langen Halbwertszeit und des enterohepatischen Kreislaufs des Medikaments ist der Patient unter Umständen erst nach 4-6 Tagen ausser Gefahr.
- Folgende Symptome können auftreten.
- Zentralnervensystem: Benommenheit, Stupor, Koma, Ataxie, Unruhe, Agitation, gesteigerte Reflexe, Muskelstarre, athetotische und choreoatische Bewegungen, Konvulsionen.
- Beobachtet wurden Symptome, die möglicherweise mit den Serotonin‐Syndromen übereinstimmen wie zum Beispiel Hyperprexie, Myoklonus, Delirium und Koma.
- Kardiovaskuläres System: Hypotonie, Tachykardie, Arrhythmien, QTc Verlängerung, Reizleitungsstörungen, Schock, Herzinsuffizienz; sehr selten Herzstillstand. Atemdepression, Zyanose, Erbrechen, Fieber, Mydriasis, Schweissausbrüche sowie Oligurie oder Anurie können ebenfalls auftreten.
- Behandlungen.
- Ein spezifisches Antidot ist nicht verfügbar. Die Behandlung ist im Wesentlichen symptomatisch und unterstützend.
- Bei Verdacht auf Überdosierung mit Anafranil ist in jedem Fall, besonders bei Kindern, eine Einweisung in ein Krankenhaus und eine sorgfältige Überwachung während mindestens 72 h erforderlich.
- Sobald als möglich eine Magenspülung durchführen oder, falls der Patient bei Bewusstsein ist, künstliches Erbrechen herbeiführen. Wenn der Patient bewusstlos ist, die Atemwege vor Beginn der Magenspülung mit Hilfe eines Endotrachealtubus mit Manschette freihalten und kein Erbrechen herbeiführen; Es wird empfohlen, diese Massnahmen bis zu 12 h oder sogar länger nach der Überdosierung durchzuführen, da der anticholinerge Effekt des Medikaments die Magententleerung verzögern kann. Durch Verabreichung von Aktivkohle kann die Resorption des Medikaments vermindert werden.
- Die symptomatische Behandlung erfolgt mit den Methoden der modernen lntensivmedizin mit kontinuierlicher Überwachung der Herzfunktion, der Blutgase und Elektrolyte und, bei Bedarf, unter Einsatz von Notfallmassnahmen, Z.B. antikonvulsive Therapie, künstliche Beatmung und Wiederbelebungsmassnahmen. Es wurde darüber berichtet, dass Physostigmin zu schwerer Bradykardie, Asystolie und Konvulsionen führen kann; bei Überdosierungen mit Anafranil wird seine Anwendung daher nicht empfohlen. Aufgrund der Proteinbindung und grossem Verteilungsvolumen von Clomipramin sind Hämodialyse und Pentonealdialyse nicht von Nutzen.