Über Escitalopram, Interaktionen und Imipramin.
- Escitalopram. |1|2|3|4| Pharmakokinetik: | a | b | c | d | 5|6|7|
- Schwache oder vernachlässigbare Hemmung hepatischer Isoenzyme.
- Ein Vergleich der oben angeführten in vitro Daten mit Daten aus einer Reihe von in vivo Interaktionsstudien mit Citalopram bei Freiwilligen und Patienten ergab eine hohe Vorhersagbarkeit für in vitro Daten in Bezug auf klinische Ergebnisse (Brøsen & Naranjo 2001).
- Das nachgewiesene Fehlen klinisch wichtiger Interaktionen mit Clozapin und Theophyllin in vivo entspricht den in vitro Ergebnissen für CYP1A2. Dies trifft ebenfalls zu für in vivo Resultate mit Warfarin für CYP2C9 und für in vivo Ergebnisse mit Imipramin und Mephenytoin für CYP2C19 zu.
- Das Fehlen klinisch wichtiger in vivo Interaktionen mit Spartein, Imipramin und Amitriptylin bestätigt in vitro Resultate für CYP2D6. Die in vivo beobachteten Interaktionen zwischen Citalopram und Metoprolol oder Imipramin sind klinisch irrelevant und können auf Escitalopram extrapoliert werden, da das Interaktionspotential vergleichbar hoch oder ein wenig tiefer ist.
- Schliesslich konnte das Fehlen von in vivo Interaktionen mit Carbamazepin und Triazolam aufgrund der fehlenden in vitro Hemmung für CYP3A4 vorhergesagt und bestätigt werden (Brøsen & Naranjo 2001). Dieses Ergebnis wurde auch dadurch bestätigt, dass Ritonavir, ein CYP3A4-Substrat und potenter Hemmer, den Escitalopram-Metabolismus nicht beeinflusst (Gutierrez et al. 2001). Experten folgern auf Grund der umfassenden in vitro und in vivo Testresultate, dass Citalopram weder Ursache noch Grund für klinisch wichtige pharmakokinetische Wechselwirkungen ist (Brøsen & Naranjo 2001), eine Aussage, die auch auf Escitalopram extrapoliert werden kann.
- Eine gleichzeitige Verabreichung von Medikamenten, die das CYP2C19 hemmen, kann zu einer erhöhten Plasmakonzentration von Escitalopram führen. Eine Dosisreduktion von Escitalopram sollte bei einer gleichzeitigen Verabreichung von Omeprazol (CYP2C19-Inhibitor) oder Cimetidin (mässig potenter, allgemeiner Inhibitor) in Betracht gezogen werden.
- Dosisanpassungen sind zudem bei Substanzen zu erwägen, welche durch das CYP2D6 metabolisiert werden und einen schmalen therapeutischen Index aufweisen. Dazu gehören Flecainid, Propafenon und Metoprolol bei der Therapie der Herzinsuffienz; Antidepressiva wie Desipramin, Clomipramin und Nortriptylin; oder Antipsychotika wie Risperidon, Thioridazin und Haloperidol.
- Elimination, Clearance und Halbwertzeit.
- Escitalopram und seine Metaboliten werden hauptsächlich über die Nieren, ein kleiner Prozentsatz über die Faeces ausgeschieden (Baumann & Larsen 1995). Die Eliminations-Halbwertzeit für Escitalopram beträgt ungefähr 30 Stunden (Drewes et al. 2001) und die Plasma- Clearance nach oraler Verabreichung beträgt ungefähr 0,6 l/min (vergleiche Fachinformation). Im untersuchten Dosisbereich verläuft die Pharmakokinetik linear.
- Pharmakokinetik bei Alterspatienten.
- Bei älteren Patienten (>65 Jahre) wurde eine verlängerte Halbwertzeit (ungefähr 39 Stunden) und eine reduzierte Clearance (0,35 l/min) festgestellt (vergleiche Fachinformation). Es wird daher eine niedrigere Maximaldosierung empfohlen.
- Pharmakokinetik bei Patienten mit beeinträchtigter Nieren- und Leberfunktion.
- Auf Grund der pharmakokinetischen Äquivalenz von Escitalopram und Citalopram können Citalopram-Daten direkt auf Escitalopram extrapoliert werden. Eine leichte bis mittelschwere Beeinträchtigung der Nierenfunktion hat keinen klinisch relevanten Einfluss auf die Pharmakokinetik von Citalopram; Dosisanpassungen erübrigen sich deshalb bei solchen Patienten (Joffe et al. 1998).
- Über Patienten mit schwerer Nierenfunktions-Einschränkung (Creatinin Clearance [ClCR] unter 30 ml/min) liegen wenig Informationen vor (Spigset et al. 2000). Deshalb ist Vorsicht bei dieser Patientengruppe angezeigt.
- Bei Patienten mit Leberfunktionsstörungen sollten Dosierungen im unteren Bereich der empfohlenen Dosis gewählt werden, basierend auf ihrer reduzierten Clearance und verlängerten Halbwertzeit (Joffe et al. 1998).