Pharmakokinetik
Absorption
Nach oraler Verabreichung wird Moclobemid vollstaendig aus dem Magen-Darm-Trakt in den Pfortaderkreislauf absorbiert. Durch den Effekt der ersten Leberpassage wird die systemisch verfuegbare Dosisfraktion (Bioverfuegbarkeit F) dosisabhaengig herabgesetzt (40-80%). Diese Verminderung ist nach Einzeldosen (F: 60%) ausgepraegter als nach Mehrfachverabreichungen. (F: >80%).
Distribution
Moclobemid ist lipophil. Das scheinbare Verteilungsvolumen betraegt zirka 1,2 l/kg. Die Bindung an Plasmaproteine - hauptsaechlich an Albumin - betraegt 50%. Die Spitzenkonzentrationen des Praeparats im Plasma stellen sich etwa eine Stunde nach Verabreichung ein. Nach mehrfachen Gaben nimmt die Plasmakonzentration von Moclobemid waehrend der ersten Behandlungswoche zu und stabilisiert sich anschliessend. Bei Erhoehung der Tagesdosis steigt die Konzentration im Fliessgleichgewicht ueberproportional an.
Metabolismus
Der Wirkstoff wird fast vollstaendig metabolisiert, bevor er den Koerper verlaesst. Der Stoffwechsel erfolgt weitgehend ueber oxydative Reaktionen am Morpholinteil des Molekuels. Pharmakologisch wirksame Abbauprodukte, die in vitro oder beim Tier festgestellt wurden, sind beim Menschen nur in sehr geringen Konzentrationen im Koerperkreislauf vorhanden.
Moclobemid wird teilweise durch die polymorphen lsoenzyme CYP45O 2C19 (Mephenytoln Polymorphismus) und CYP45O 2D6 (Debrisoquin-Polymorphismus) metabolisiert. Daher koennte der Metabolismus von Modobemid bei genetisch bedingten oder Arzneimittel-induzierten langsamen Metabolisierem beeinflusst werden. Zwei Studien, die durchgefuehrt wurden, um den Einfluss dieser Effekte zu untersuchen, zeigen, dass diese autgrund der vielfaeltigen alternativen Metabolisierungswege therapeutisch nur fuer den Mephenytoin-Polymorphismus (CYP45O 2C19) relevant ist und eine Dosierungsanpassung notwendig werden kann.
Elimination
Moclobemid wird rasch aus dem Koerper ausgeschieden. Die totale Clearance betraegt zirka 20- 50 l/h. Die Eliminationshalbwertzeit betraegt zwei bis vier Stunden. Weniger als 1% einer Dosis wird unveraendert durch die Nieren ausgeschieden. Die gebildeten Metaboliten werden ebenfalls renal eliminiert.
Kinetik in besonderen klinischen Situationen.
Die Eliminationshalbwertszeit ist bei Patienten mit einer Lebererkrankung bis zu dreimal laenger.![]()
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