Überempfindlichkeit gegenüber Venlafaxine oder einer sonstigen Komponente der Venlafaxine Tabletten bzw. Venlafaxine retard Kapseln.
Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren sollte Venlafaxine/Venlafaxine retard nicht verordnet werden.
In klinischen Studien mit Kindern und Heranwachsenden unter 18 Jahren wurde die Wirksamkeit nicht nachgewiesen und ausserdem wurde eine erhöhte Inzidenz von Feindseligkeit und, besonders bei Depressionen, im Zusammenhang mit Suizid stehende unerwünschte Wirkungen wie Suizidgedanken und Selbstverletzungen beobachtet (siehe «Unerwünschte Wirkungen»).
Kombination mit MAO-Hemmern (siehe unter «Interaktionen»).
Wie mit anderen Antidepressiva ist bei Patienten mit manischen/hypomanischen oder epileptischen Krankheitsbildern in der Anamnese besondere Vorsicht geboten. Wenn ein Patient unter der Behandlung Krampfanfälle entwickelt, ist Venlafaxine abzusetzen.
Ein mögliches Suizid-Risiko muss bei allen depressiven Patienten berücksichtigt werden. Um das Risiko einer absichtlichen Überdosierung möglichst gering zu halten, sollte zu Beginn der Therapie die kleinste Packungsgrösse verschrieben werden.
Patienten mit mässigen bis schweren Nieren- oder Leberfunktionsstörungen benötigen eine sorgfältige medizinische Beobachtung und unter Umständen eine Dosisreduktion (siehe «Dosierung/Anwendung»).
Unter Venlafaxine kann in Abhängigkeit von Alter und Dosis eine Häufung arterieller Hypertonie auftreten. Bei Patienten im Alter von über 65 Jahren (Inzidenz 8,7%) oder bei Patienten, welche mit Dosen über 200 mg/Tag behandelt werden (Inzidenz 6,6-13,2%), ist eine regelmässige Blutdruckkontrolle angezeigt.
Aufgrund bisher unzureichender Erfahrungen sollte Venlafaxine nur unter entsprechender Vorsicht bei Patienten mit kürzlich zurückliegendem Herzinfarkt oder nicht stabilisierten Herzerkrankungen angewandt werden. Eine vorsichtige Dosiseinstellung wird empfohlen.
Insbesondere bei höherer Dosierung kann es zu einer Erhöhung der Herzfrequenz kommen. Vorsicht ist geboten bei Patienten, deren Gesundheitszustand durch eine Erhöhung der Herzfrequenz beeinträchtigt werden könnte.
Möglicherweise ist das Risiko von Haut- und Schleimhautblutungen während der Behandlung mit Venlafaxine erhöht. Entsprechend prädisponierte Patienten sollten unter diesen Gesichtspunkten sorgfältig beobachtet werden.
Im Zusammenhang mit Venlafaxine wurde über Fälle von Mydriasis berichtet. Aus diesem Grund sollten Patienten mit erhöhtem Augeninnendruck oder wenn das Risiko eines akuten Engwinkelglaukoms besteht sorgfältig überwacht werden.
Es gab bisher keine Hinweise auf Suchtverhalten, Toleranzentwicklung oder Dosiseskalation bei Patienten unter Therapie mit Venlafaxine/Venlafaxine retard.
In klinischen Studien zeigte Venlafaxine wenig Einfluss auf die Psychomotorik, kognitive Funktionen oder komplexe Verhaltensformen.
Dennoch sollten Patienten, wie bei allen psychoaktiven Medikamenten, vor dem Bedienen gefährlicher Maschinen oder dem Autofahren gewarnt werden, bis eine unerwünschte Wirkung ausgeschlossen werden kann (nach frühestens 4 Tagen).
Obwohl Venlafaxine/Venlafaxine retard eine Verminderung des Reaktionsvermögens unter Alkohol nicht weiter zu verstärken scheint, sollte aus allgemeinen Erwägungen vom gleichzeitigen Alkoholkonsum abgeraten werden.
Schwangerschafts-Kategorie C.
In Teratogenitätsstudien wurden Dosen bis zu 90 mg/kg/Tag und 80 mg/kg/Tag (ca. 12 resp. 11 mal die maximal empfohlene Dosis beim Menschen bezogen auf mg/kg KG, bzw. 4 resp. 2,5 mal bezogen auf mg/m²) an Kaninchen resp. Ratten verabreicht. Bei den höchsten Dosierungen wurden beim Kaninchen toxische Effekte auf den Föten, bedingt durch Resorption, und Verlust des Föten sowie bei der Ratte Wachstumsverzögerungen des Föten beobachtet. Diese Effekte könnten mit einer toxischen Wirkung auf die Mutter korrelieren. Eine teratogene Wirkung von Venlafaxine wurde bei keiner Spezies und keiner Dosierung festgestellt. Man verfügt aber über keine kontrollierten Studien bei schwangeren Frauen.
Venlafaxine/Venlafaxine retard sollte während der Schwangerschaft nur verabreicht werden, wenn der potentielle Nutzen das Risiko für den Fötus überwiegt.
Venlafaxine und O-Desmethylvenlafaxine können in die Muttermilch übertreten. Daher sollte entweder nicht gestillt oder Venlafaxine/Venlafaxine retard abgesetzt
